Bund will eine Cyber-Geheimdienstabteilung

Das Konzept ist schon mal da.
 
Der Bundesrat will die Fähigkeiten des Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zur Bekämpfung von Cyber-Angriffen verstärken. Zu diesem Zweck soll der Schweizer Geheimdienst um einen "Bereich Cyber NDB" erweitert werden. Dies geht aus der heute veröffentlichten "Jahresbericht 2013 des Steuerungsausschusses NCS" hervor. NCS steht in der abkürzungsverliebten Bundesverwaltung wiederum für "Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken".
 
Die Zeitung 'Blick' hat genau in den Bericht geschaut, und die Absicht entdeckt, den NDB um einen Cyber NDB zu erweitern.
 
Wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist, ist das interne Konzept für den Ausbau der "Cyber-Fähigkeiten" fertiggestellt. Resultat davon ist eben der Beschluss, den "Bereich Cyber NDB" aufzubauen. Nicht nur das: Die organisatorischen Arbeiten sind gemacht und die entsprechenden Stellen besetzt, heisst es in dem Bericht. Die Cyberkriegsabteilung soll für die "nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung des Bedrohungs- und Lagebilds verantwortlich" werden. Zudem wird im militärischen Nachrichtendienst (MND) eine Stelle geschaffen, die ein "Cyber-Lagebild" aus Sicht der Armee ins Gesamtlagebild des Geheimdienstes einfliessen lässt.
 
Wieviele Spezialisten der "Cyber NDB" beschäftigt oder beschäftigen wird, ist nicht bekannt. Am Montag soll Nachrichtendienst-Chef Markus Seiler die Öffentlichkeit über "Cyber NDB" informieren. Welche Aufgaben diese neue Abteilung des Geheimdienstes haben wird, soll künftig im Nachrichtendienstgesetz festgelegt werden. Dieses liegt zur Zeit vor dem Parlament, respektive der zuständigen Sicherheistspolitischen Kommission des Nationalrats. Es will dem NDB (unter anderem) erlauben, auch in Computer einzudringen. (hc)