Schweizer Wetterdaten sollen gratis sein

MeteoSchweiz wird das erste Bundesamt, das den gebührenfreien Zugang zu seinen Daten umsetzt.
 
Der Bundesrat will meteorologische und klimatologische Daten neu gebührenfrei zur Verfügung stellen. Er erhofft sich davon eine stärkere Nutzung der Daten und neue Chancen für Innovationen. Die Vernehmlassung der hierfür erforderlichen Teilrevision des Bundesgesetzes über die Meteorologie und Klimatologie (MetG) wurde heute eröffnet und dauert bis zum 19. September 2014, teilt MeteoSchweiz (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie) mit. Diese Gebührenbefreiung führt zu Einnahmeausfällen in der Höhe von 4 Millionen Franken. Diese Kosten sollen über den Steuerhaushalt abgefedert werden. Der Bund sieht sich als Erbringer einer Vorleistung, denn es beseht die Hoffnung, dass durch die Mehrnutzung der Daten Chancen für die Wirtschaft entstehen und dies zusätzliche Wertschöpfung generiert.
 
Im Mittelpunkt stehen Mess-, Beobachtungs- und Radardaten sowie Ergebnisse der Wettervorhersagemodelle. Zudem gehören Informationen von allgemeinem Interesse dazu, wie Wettervorhersagen, Wetterwarnungen und Grundlagen zur Klimaentwicklung. Spezifische Informationen, die einem definierten Nutzerkreis zugutekommen, bleiben jedoch gebührenpflichtig.
 
Das Angebot richtet sich nicht nur an private Meteo-Anbieter, sondern etwa auch an Versicherungen und wetterabhängige Branchen wie Energiewirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft oder Tourismus, die damit eine Basis zur Entwicklung neuer Produkte und Aktionsfelder erhalten.
 
Der Bund strebt im Rahmen seiner E-Government- und Open-Government-Data-Strategie an, Behördendaten frei zugänglich zu machen. Die Daten von MeteoSchweiz sollen frei verwendbar sein und auf opendata.admin.ch verlinkt werden. MeteoSchweiz wäre bei Annahme der Teilrevision das erste Bundesamt, das den gebührenfreien Zugang zu seinen Daten gemäss diesen Strategien umsetzt. (mim)