Deutscher Staatstrojaner auch für die Schweiz?

Das Bundeskriminalamt hat einen einsatzbereiten Trojaner, den auch die Schweizer Regierung nutzen könnte.
 
Das deutsche Bundeskriminalamt hat einen Trojaner entwickelt. Dafür gab der grosse Kanton etwa 2,2 Millionen Euro aus. Falls die BÜPF-Revision durchkommt, könnten in der Schweiz ebenfalls Staatstrojaner eingesetzt werden. Bisher war das eine rechtliche Grauzone.
 
Der deutsche Trojaner eignet sich zur Online-Durchsuchung, damit können Überwacher auf infizierten Computern Dokumente sicherstellen. Es befindet sich allerdings ein zweiter Trojaner in Entwicklung, der die Kommunikation vom befallenen Computer überwachen kann, selbst wenn diese verschlüsselt ablaufe.
 
Die deutsche Eigenproduktion solle versichern, dass die eigenen Richtlinien eingehalten werden. So soll der Trojaner nicht mehr können, als die Überwacher dürfen. Der davor in Deutschland genutzte Trojaner wurde vom Unternehmen Digitask entwickelt und heftig vom Chaos Computer Club kritisiert, da der Trojaner befallene Computer anfällig für andere Angriffe machte. Der Digitask-Trojaner kam auch in der Schweiz zum Einsatz.
 
Die BÜPF-Revision, die den Einsatz von Staatstrojanern behandelt, teilt die Gemüter: Auf der einen Seite hat der Ständerat die Revision bereits durchgewunken. Auf der anderen Seite gibt es aber bereits ein Anti-BÜPF-Komitee, das sofort das Referendum ergreifen würde, falls sich der Nationalrat für die Revision aussprechen würde. Heute wird übrigens der Vorentscheid der Nationalratskommission zur BÜPF-Revision erwartet. (csi)