Umfrage: Schweizer eher gegen Vorratsdatenspeicherung

Aber jüngere Leute und Frauen lässt die Datenspeicherei eher kalt.
 
Laut einer von Comparis in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage ist rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gegen die Vorratsdatenspeicherung. Nur knapp ein Drittel ist dafür, der Rest, also rund ein Fünftel, hat noch keine Meinung.
 
Laut Comparis gibt es allerdings einen Unterschied zwischen den Generationen bei der Haltung zur Vorratsspeicherung. Überdurchschnittlich viele Leute über 50 seien eher dagegen, überdurchschnittlich viele jüngere eher dafür. "Jüngere Nutzer sind es offenbar eher gewohnt, persönliche Datenim Internet zu hinterlassen, die von Firmen wie Facebook oder Google gespeichert werden", meint dazu der Comparis-Experte Ralf Beyeler. Laut Beyeler gibt es bei näherem Hinsehen auch weitere Unterschiede zwischen demographischen Gruppen: So lasse die Vorratsspeicherung Frauen sowie Menschen mit einem weniger hohen
Bildungsabschluss tendenziell eher kalt, als den Rest der Bevölkerung.
 
Wenn schon speichern...
Vorratsdatenspeicherung bedeutet, dass Provider jeglicher Art sogenannte "Randdaten" zur Kommunikation aller ihrer User prophylaktisch speichern müssen, damit Strafverfolgungsbehörden sie im Bedarfsfall einsehen können. Zu den Randdaten gehört unter anderem wer mit wem wie lange telefoniert hat, wer wem ein E-Mail geschickt hat oder wo und wann jemand im Internet gesurft und welche Seiten er oder sie besucht hat.
 
Gegenwärtig müssen diese Daten sechs Monate lang gespeichert werden. Die vom Bundesrat geplante Totalrevision des BÜPF (Bundesgesetzzur Überwachung von Post- und Fernmeldeverkehr) sieht eine Verlängerung dieser Frist auf 12 Monate vor. Während die Vorratsdatenspeicherung an sich eher skeptisch beurteilt wird, ist diese Verlängerung für die meisten Befragten kein grosses Problem. Nur 29 Prozent lehnen sie ab. 44 Prozent sind dafür und 27 Prozent ist es eh egal, wie lange die Daten gespeichert werden.
 
In der Umfrage wurden Ende September 1117 Personen ab 18 Jahren aus allen Landesteilen telefonisch befragt. (hjm)