Thür: "Big Data muss mit viel Aufmerksamkeit beobachtet werden"

Hanspeter Thür, Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlich­keits­beauftragter. Bild: EDÖB
Was sich Datenschützer Hanspeter Thür von seinem Nachfolger wünscht.
 
Nach 14 Jahren im Amt tritt der Eidgenössische Datenschutz­beauftragte Hanspeter Thür von seinem Amt zurück. Thühr blickt auf eine lange Karriere, in der er viele Erfolge feiern durfte. Die Palette ist breit: etwa nennt er gegenüber inside-it.ch die Wahrung und den Schutz der Privatsphäre bei Google Street View. Gegen Logistep konnte sich der EDÖB in höchster Instanz durchsetzen und so die Sammlung und Weitergabe von IP-Adressen von Nutzern von Peer-to-Peer-Netzwerken unterbinden. Weiter nennt er das Hooligan-Gesetz und das Elektronische Patientendossier, dessen Entwicklung er massgeblich mitgestaltet und begleitet hat.
 
Inside-it.ch fragte Hanspeter Thür, was er für die wichtigsten Erfolge seiner Amtszeit hält. Für ihn sind dies das Bundesverwaltungsgerichtsurteil in der Google-Street-View-Klage sowie die strengen Auflagen, die das EDÖB durchsetzen konnte, was die Übermittlung von Mitarbeiterdaten an die US-Behörden im Bankenstreit mit den USA anbelangte.
 
Auf die Frage was er sich für seine Nachfolgerin oder Nachfolger erhofft, nennt Thür zwei wichtige Themen. Zum einen macht er sich Sorgen, dass die AHV-Nummern immer mehr als universelles Identifikationsmittel verwendet werden. Diese vermehrte Verbreitung schaffe erhebliche Risiken für den Persönlichkeitsschutz. "Hier konnten wir uns noch nicht ausreichend durchsetzten," bedauert er. Ausserdem wünscht er sich, dass die Themen Big Data und Big Data Analytics mit viel Aufmerksamkeit beachtet werden. "Denn hier geht in den nächsten zehn Jahren die Post ab," ist Thür sich sicher. (kjo)