Neuer Name, neues Image

Mit dem Launch von Salt präsentiert der Telco seine neuen Abo-Modelle: Einmal zahlen, das ganze Jahr telefonieren, smsen und surfen.
 
Der neu gestrichene Telco Salt will schweizerischer werden. Und wer könnte somit besser durch den gestrigen Launch-Event führen als der Schweizer TV-Mann Sven Epiney? Gemeinsam mit dem sichtlich gut gelaunten CEO Johan Andsjö begrüsste er die rund 1200 Gäste, darunter ein Grossteil der Mitarbeiter, in der Maag Halle in Zürich.
 
Andsjö verkündete schliesslich nicht nur den neuen Namen, sondern zeigte auch die umgestalteten Shops inklusive der Mitarbeiter-Uniformen sowie die neuen Werbespots. Auf diese scheint man bei Salt besonders stolz zu sein - so seien alle komplett vor Schweizer Kulisse gedreht worden.
 
Eine eigene Marke schaffen
Rund 80 Millionen Franken habe Orange Schweiz jährlich in die fremde Marke investiert, statt einen eigenen Brand aufzubauen, erklärt Andsjö in der anschliessenden Medienkonferenz. Das Rebranding ist für ihn ein wichtiger Schritt, sich neu im Markt zu positionieren.
 
Dass es keine Preisschlacht geben wird, war im Vorfeld bereits klar und so zeigt sich Salt eher als Premiummarke. Wie die Vergleiche von Dschungelkompass und Comparis zeigen, liegen die neuen Salt-Tarife in einem ähnlichen Bereich wie die alten Orange-Angebote und deutlich über den Angeboten von M-Budget oder Aldi. Nach wie vor sind die Preise günstiger als bei Swisscom und je nach Nutzerprofil etwa gleichauf mit Sunrise.

Was ein kleiner Trumpf im Salt-Ärmel sein könnte, ist die Rückgabegarantie. Wer nicht zufrieden ist, hat immerhin sechs Wochen Zeit, das Abo zu künden oder das Gerät zurückzugeben.
 
Einmal zahlen, das ganze Jahr nutzen
Salt hat gestern ein neues Abonnement lanciert: "Pass" gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, beinhaltet aber immer unlimitierte Telefonie, SMS und Surfen in der Schweiz. Der Swiss Pass kostet 999 Franken ohne und 1499 Franken mit Gerät, also monatlich rund 83 repektive 125 Franken.
 
"Das Angebot war nie für jedermann gedacht", erklärt Andsjö. Es richte sich vor allem an Personen, die sich um nichts mehr kümmern möchten: Einmal zahlen und das ganze Jahr nutzen, ähnlich wie beim General Abonnement der SBB.
 
Unlimitiert bedeutet auch tatsächlich unlimitiert, so gibt es keine "Fair-Use-Policy" mehr, auch nicht bei den noch bestehenden Orange-Abos. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob Salt die Versprechen einhalten kann, gibt das Telekomzentrum zu bedenken. Anfang Jahr machte Orange mit Negativmeldungen Schlagzeilen.
Konkret ging es um die "Fair-use-Policy", durch die unlimitiert eben nicht ganz unlimitiert war und gerade bei Jugendlichen zu hohen Rechnungen geführt hatte.
 
Gewerkschaft hofft auf neues Auftreten als Arbeitgeber
Mit der neuen Marke soll sich Orange auch als Arbeitgeber neu positionieren, erklärt Telekom-Gewerkschafter Giorgio Pardini. So fordert die Gewerkschaft Syndicom, dass Salt das Image und den Anspruch, eine Premium-Marke zu sein, auch bei den Arbeitsbedingungen umsetzt. Die Unternehmensleitung sei eingeladen, den günstigen Moment zu nutzen und endlich konkrete Gespräche über einen Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen. (kjo)

Unser Kommentar:

Orange heisst jetzt Salt. Eine Revolution ist das nicht. So müssen sich weder Sunrise noch Swisscom aktuell grosse Sorgen machen, Marktanteile an Salt zu verlieren. Vielleicht wäre eine Fusion der beiden doch keine schlechte Idee gewesen. Dies sagte auch Altbundesrat Moritz Leuenberger gestern an einem Event in Rüschlikon.
 
Offenbar hat Salt jedoch noch mehr in petto. Wie Andsjö an der Pressekonferenz sagte, war der Launch bloss der erste Schritt und "There will be a second one".
 
Schwer einzuschätzen ist, wie Salt von den Kunden aufgenommen wird. Ist man wirklich bereit, seinem Telco 1000 Franken und mehr vorzuschiessen? Falls Nein, wird es der Nummer drei schwer fallen, das Versprechen einzuhalten, die Infrastruktur massiv auszubauen.