Wie steht es um die App-Economy in der Schweiz?

120 Millionen Umsatz für 2015 prognostiziert.
 
Im Rahmen der Ueberall App Days am 30. April in Zürich haben Studierende der Hochschule St. Gallen in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Smama ihre Studie zur App-Economy Schweiz vorgestellt. Der Fokus der Studie lag sowohl bei den Konsumenten als auch bei den App-Entwicklern.
 
Hierzulande sind Apps von über 440'000 Anbietern verfügbar, internationale und Schweizer Anbieter zusammengezählt. Laut der Studie wird 2015 in der Schweiz ein Umsatz von 120 Millionen Franken mit Apps generiert werden.
 
Zu beachten sei jedoch, dass der durchschnittliche Umsatz pro App sinke. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sowohl die Anzahl der Apps als auch die Anzahl der Anbieter dauernd weiter steigt. Die Zahl der Downloads und der Umsatz pro App hingegen bleiben relativ konstant, wie die Studienautoren erklären.
 
Die erfolgreichsten Apps in der Schweiz, was die Anzahl der Downloads betrifft, stammen allesamt von internationalen Anbietern: Die "social Apps" wie Facebook Messenger oder WhatsApp verzeichnen in der Schweiz bereits über zehn Millionen Downloads. Zu den am meisten heruntergeladenen Schweizer Apps gehören die Migros-App, die App der SBB oder die News-Apps von '20 Minuten' und 'Blick'.
 
Games generieren am meisten In-App-Purchases
Werden die Anzahl der Anbieter und die Anzahl der Downloads zusammengefasst, dann sind Apps der Kategorie "Spiele" am erfolgreichsten. Der Klassiker Angry Birds ist dabei nur ein Beispiel von vielen. "Wir sind uns hier jedoch nicht sicher, ob das Angebot die Nachfrage generiert oder die Nachfrage das Angebot bestimmt", erklären die Studierenden der HSG.
 
Obwohl der durchschnittliche Umsatz pro App sinke, sei er mit 0,9 Dollar pro Download für iOS in der Schweiz im internationalen Vergleich hoch. Knapp 90 Prozent dieses Umsatzes wird mit In-App-Purchases generiert, wobei hier die Spiele weit vorne liegen. Von den kostenpflichtigen Apps gehören sowohl Navigations-Apps als auch Gesundheits- und Fitness-Apps zu den beliebtesten in der Schweiz.
 
Häufig gelte das "The-winner-takes-it-all"-Prinzip: ein oder ein paar wenige Apps pro Kategorie sind sehr erfolgreich und eine enorme Vielzahl von Apps verschwindet in der Masse.
 
Wie verdienen Schweizer App-Entwickler Geld?
Im Rahmen der Studie wurden App-Entwickler zu ihren Tätigkeiten und Einkommensquellen befragt. Wie sich zeigte, konzentrieren sich lediglich zwei Prozent der App-Entwickler auf Privatkunden. Somit verdient ein Grossteil der Schweizer App-Entwickler ihr Geld damit, Apps für Kunden zu programmieren.
 
Der B2B-Bereich ist für Schweizer App-Entwickler eine wichtige Einnahmequelle. Allen voran seien dabei Unternehmenskunden aus dem Business- und Finance-Bereich sowie aus der Unterhaltungsbranche, wie die Umrage weiter ergeben hat. (Katharina Jochum)