Viele Google-Millionen für "Schweizer" Duolingo

Mit der App kann man das Sprachniveau B2 erreichen.
Google Capital investiert 45 Millionen Dollar in das von einem Zuger gegründete Sprachlern-Startup.
 
Duolingo hat soeben eine gewichtige Kapitalrunde abgeschlossen. Google Capital investiert satte 45 Millionen Dollar in die Sprachlern-Plattform, die vom Zuger Informatiker Severin Hacker und von seinem Doktorvater Luis von Ahn entwickelt wurde. Auch bisherige Investoren haben weitere Mittel zur Verfügung gestellt, so dass das Unternehmen nun mit 470 Millionen Dollar bewertet wird, wie Duolingo mitteilt. Duolingo will das Geld verwenden, um das Produkt zu verbessern und die Popularität an Schulen weltweit zu erhöhen. Das 2011 gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell 45 Personen, davon 25 Entwickler.
 
Derzeit hat die Plattform 100 Millionen User. Kernelement sind Gamification-Features, welche die User motivieren, immer weiterzumachen und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Spielt man Duolingo bis zum Ende, ist das Sprachniveau B2 (gutes Mittelmass) erreicht. Man kann Duolingo per Website, iOS-, Android- oder Windows-Phone-App "spielen". 2013 wurde die App von Apple zur iPhone-App des Jahres erkoren. Im gleichen Jahr und auch ein Jahr später war sie für Google die "Best of the Best for Android". Auch nicht ohne ist das Urteil von 'TechCrunch' vom letzten Jahr, wonach Duolingo das beste Education-Startup sei.
 
Kapital aus den USA
Im Rahmen eines "Series A"-Investments, das von Union Square Ventures angeführt wurde, sammelte Duolingo bereits 2011 3,3 Millionen Dollar. Die B-Serie ein Jahr später brachte 15 Millionen Dollar von New Enterprise Associates und letztes Jahr kamen mit der C-Serie weitere 20 Millionen Dollar hinzu, vor allem von
Mit Gamification zum Erfolg: Duolingo.
Kleiner Perkins Caufield & Byers. Prominente Investoren sind zudem der Schauspieler Ashton Kutcher und der US-Autor Timothy Ferriss.
 
Derweil ist Duolingo aber noch immer auf der Suche nach einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Mitgründer und CTO Severin Hacker (der übrigens einmal Praktikant bei Microsoft war) sagte der 'NZZ' vor wenigen Tagen: "Wir untersuchen Geschäftsmodelle, die die Benutzerfreundlichkeit nicht beeinträchtigen und gleichzeitig Chancengleichheit garantieren." Die App werde deshalb immer gratis sein. Werbung sei eine Erlösquelle, über die man nachdenke.
 
Der 'Nordwestschweiz' gab Hacker kürzlich ebenfalls ein Interview. Dort sagt er unter anderem, in der Schweiz sei es schwieriger als in den USA, ein Startup zu gründen: "Für ein Startup braucht es drei Dinge: eine gute Idee, gute Leute, und Kapital. Gute Ideen gibt es auch in der Schweiz. Doch, Leute zu finden, die sie gemeinsam umsetzen, ist schwieriger. Gerade im Informatikbereich nehmen viele ETH-Absolventen lieber eines der zahlreichen Jobangebote von grossen Firmen an. Kapital zu finden, ist erst recht schwierig. Und ohne Geld geht nichts." (mim)