"Polycom"-Funknetz wird weitere Millionen verschlingen

Und wieder sorgt ein Technologie-Projekt des Bundes für Gesprächsstoff. Wie Radio SRF gestern exklusiv berichtete muss das Schweizer Sicherheitsfunknetz Polycom bereits wieder erneuert werden.
 
Mit Polycom kommunizieren Sicherheitsorganisationen wie Feuerwehren, Polizeien oder Zivilschutz verschlüsselt und ohne Abhängigkeit vom Mobilfunknetz. Polycom wird seit 2001 aufgebaut, als letzter Kanton wird der Kanton Zug dieses Jahr das Funknetz in Betrieb nehmen.
 
Nun muss man aber bald wieder mit dem Nachrüsten der 250 ältesten Basisstationen beginnen, so der Bericht. Grund: Ab 2018 könne der Hersteller "aus technischen Gründen" die ältesten Antennen des Systems nicht mehr reparieren. Fallen diese aus, würden Funklöcher entstehen. Die Nachrüstung wird rund 110 Millionen Franken kosten, wovon der Bund etwa die Hälfte tragen wird. Später wird man auch die neueren Anlagen erneuern müssen, um den Betrieb bis 2030 sicherstellen zu können. Die Kosten dafür sind noch unbekannt.
 
Man sei stark mit dem Aufbau des Netzes beschäftigt gewesen. Deshalb sei es verständlich, dass man über die Werterhaltung des Systems "nicht allzu viel nachgedacht" habe, so der Direktor des zuständigen Amts für Bevölkerungsschutz, Benno Bühlmann, gegenüber dem Radiosender.
 
Polycom baut auf dem Bündelfunksystem Tetrapol des französischen Rüstungskonzerns Matra, heute EADS, auf. Das Funksystem wurde in der Schweiz von Siemens gebaut, der Schweizer Rüstungskonzern Ruag ist gemäss Webseite "offizieller Businesspartner" für die Instandhaltung der Teilnetze und für die Endgeräte. (hc)