Coop krebst bei personalisierten Rabatten zurück (berichtigt)

Im Juli wurde bekannt, dass Coop in Zusammenarbeit mit dem deutschen Technologie-Anbieter Prudsys eine neue Software testet, die individuelle Rabatte ermöglicht. Die Software analysiert das Einkaufsverhalten der Kunden im Onlineshop. Wer etwa regelmässig Wein über "Coop at home" einkaufe, werde eher von einer entsprechenden Rabattaktion profitieren können, als andere. Damit wolle man treue Kunden mit massgeschneiderten Angeboten belohnen, erklärte Coop-Sprecher Urs Meier damals.
 
Der Test wurde mittlerweile beendet und der Detailhändler verzichtet darauf, personalisierte Rabatte einzuführen, bestätigt Sprecherin Denise Stadler gegenüber sda einen Bericht der 'Schweiz am Sonntag'. Coop hat aufgrund des Tests entschieden, dass "es in absehbarer Zeit keine personalisierte Rabatte gibt", sagte Stadler.
 
Die Kundenreaktionen auf das neue Preismodell seien derart negativ gewesen, dass Coop einen Rückzieher macht, so die 'Schweiz am Sonntag' mit Verweis auf ein Gespräch mit Coop-Chef Joos Sutter. Kritisiert wurde vor allem das Konzept der "personalisierten Preise". Dies hätte zur Folge, dass trotz gleichem Einkaufskorb je nach Kundenprofil ein anderer Preis steht.
 
Sutter verteidigt das Geschäftsmodell dennoch. Es gehe nicht um personalisierte Preise. Das neue Modell sollte "personalisierte Rabatte" bieten. Dies sei ein wichtiger Unterschied, der offenbar schwer zu vermitteln ist.
 
Coop arbeitet weiterhin mit Prudsys zusammen und setzt Systeme für personalisierte Werbung, zum Beispiel Produktempfehlungen ein. (kjo / sda / hc).
 
(Dieser Artikel wurde nachträglich verändert. Der Begriff "personalisierte Werbung" wurde durch "personalisierte Rabatte" ersetzt.