Genfer Protonmail lanciert Apps

Verschlüsselte E-Mails haben mit den Enthüllungen von Snowden und zahlreichen Hacker-Angriffen an Popularität gewonnen. Eines ihrer grössten Probleme ist die Umständlichkeit, mit der sie zu bewerkstelligen sind: Populäre Lösungen wie Pretty Good Privacy (PGP) überfordern einen Grossteil der Mail-User. Dieses Problem lösen wollen einige Startups mit intuitiv zu bedienenden Mail-Programmen, die selber für eine sichere Verschlüsslung sorgen. Unter ihnen sind auch die Genfer von Protonmail. Ihr Dienst ist bereits als Web-Applikation seit einiger Zeit über den Browser zu erreichen. Jetzt folgen Apps für Android und iOS. Beide befinden sich zurzeit in der Beta-Phase, schreibt der 'Tages Anzeiger'.
 
Protonmail kann nicht mitlesen
Der Witz bei Protonmail besteht aus der Verwendung von zwei Passwörtern. Nur eines davon kennt Protonmail, das zweite kennt nur der Nutzer selbst. Es beeinflusst die Verschlüsselung und muss dem Empfänger von Nachrichten mitgeteilt werden, damit er diese lesen kann. Damit sorgt Protonmail für mehr Vertrauen bei den Nutzern und kontert allfällige Angriffe auf die Nutzerdaten auf seinen Servern prophylaktisch aus: Ohne das zweite Passwort sind sie nur wenig wert. Bereits in der Betaphase habe Protonmail rund eine halbe Million Anmeldungen registriert.
 
Sicherer Hafen Schweiz
Weil die Schweiz als neutraler Staat weniger mit den Blockmächten USA, EU und Russland in Verbindung gebracht wird und trotz drohender Büpf-Revision einen vergleichsweise starken Datenschutz hat, gewinnt sie seit einigen Jahren international an Beliebtheit unter Tech-Firmen, die dem Datenschutz besondere Aufmerksamkeit schenken. So ist neben Protonmail beispielsweise auch Silent Circle, Hersteller des abhörsicheren Handys Blackphone, in Genf ansässig. Unter den Gründern ist auch PGP-Erfinder Phil Zimmermann, einer der grossen Stars der Szene. (mik)