Windows 10 verhält sich wie Malware, sagt Piratenpartei

Die Schweizer Piratenpartei kritisiert in einer Mitteilung von heute Microsofts neues Betriebssystem Windows 10 und fordert Änderungen: "Dass die Anweisungen des Nutzers nicht respektiert werden, ist völlig inakzeptabel. Dies muss Microsoft sofort abstellen," erklärt Stefan Thöni, Co-Präsident der Piratenpartei Schweiz.
 
Dass Windows 10 mit den Standardeinstellungen viele Daten an Microsoft-Server übermittelt, ist wohl vielen Benutzern klar. Die Piratenpartei nervt aber besonders, dass das Betriebssystem dies auch bei entsprechenden Einstellungen des Benutzers nicht unterlasse. Sogar eine eindeutige Identifikation, die über Neustarts hinweg bestehen bleibt, werde trotz abgeschalteter Werbungs-ID übertragen.
 
Thöni stört sich auch an den Popups, mit denen Microsoft Windows-7- und Windows-8-User täglich zum Download von Windows 10 auffordert. Diese Werbung lasse sich nicht einfach und dauerhaft wegklicken. Thöni: “Diese agressive Werbung zeigt ein Verhalten, wie wir es sonst nur von Malware kennen. Das ist unlauterer Wettbewerb."
 
Die Piratenpartei kritisiert zudem, dass die Benutzer der Datensammlung durch Windows 10 nur durch Verzicht auf wichtige Funktionen reduzieren könnten. Die Partei fordert, dass alle Funktionen wenn irgendwie möglich auch ohne Datenübertragung zu Microsoft-Servern angeboten werden und Cloud-Anbindungen offene Standards benutzen, so dass die Nutzer den Anbieter frei auswählen oder den Server selber betreiben können.
 
Skeptisch gegenüber Windows 10 ist übrigens auch der Walliser Datenschutzbeazftragte Sebastien Fanti und das dortige Erziehungsdepartement. Vor einer Wochge hat das Departement den Walliser Schulen empfohlen, Windows 10 vorerst nicht zu installieren.
 
Vor diesem Hintergrund kann man auf jeden Fall gespannt sein, wie das Fazit des Eidgenössischen Datenschützers sein wird, der Windows 10 gegenwärtig unter die Lupe nimmt. (hjm)