'The winner takes it all' im GEVER-Krimi

Zweite grosse Überraschung: Alle Departemente haben sich für die österreichische Lösung ActaNova entschieden. Bundesrat spricht Verpflichtungskredit über 67 Millionen Franken aus.
 
Da war es nur noch eine: Alle Departemente haben sich gemäss einer Medienmitteilung der Bundeskanzlei von heute für die gleiche GEVER-Lösung entschieden: ActaNova. Der Chamer Softwarehersteller ABF, der mit seiner Lösung iGeko bis vor kurzem noch als Gewinner da stand, zieht den Kürzeren.
 
GEVER steht für elektronische Geschäftsverwaltung. Der Bundesrat will bekanntlich in einem gigantischen Projekt über die ganze Verwaltung hinweg ein System für elektronische Geschäftsführung aufbauen. Der Bund hat unlängst eine neue GEVER-Lösung ausgeschrieben, gewonnen haben Atos mit ActaNova und Elca mit iGeko. Das war eine grosse Überraschung, denn bisher setzte der Bund nicht ausschliesslich, aber vor allem die ebenfalls österreichische Lösung Fabasoft ein.
 
Der Bundesrat hat es nun den Departementen überlassen, sich zwischen iGeko und ActaNova zu entscheiden. Alle haben sich für letzteres System entschieden, worauf der Bundesrat einen Verpflichtungskredit über 67 Millionen Franken zu Handen des Parlaments verabschiedet hat.
 
Das Projekt GEVER soll bis 2018 abgeschlossen werden. Federführung hat die Bundeskanzlei. In einigen Departementen wird man Fabasoft, in anderen iGeko oder die i-Engine von the i-engineers ablösen. Der externe Dienstleister wird Atos sein.
 
Noch gibt es aber zwei Unbekannte im Projekt GEVER. Zum einen muss das Parlament den Kredit genehmigen, zum anderen hat der unterlegene Hersteller im Mai Beschwerde angekündigt. Ob eine solche eingelegt worden ist, konnten wir bis Redaktionsschluss nicht mehr herausfinden. (hc)