Lob für Schweizer Mobile-Banking-Apps

So schlagen sich die Apps der Schweizer Banken im Vergleich. (Quelle: Unic)
Schweizer Banken schneiden in Sachen digitalen Services gut ab, wie aus einer aktuellen Benchmark-Studie des Internet-Dienstleisters Unic hervorgeht. Die Studie untersuchte dafür unter anderem das mobile Banking-Angebot der 19 grössten Banken in der Schweiz und in Deutschland. Insbesondere die Zürcher Kantonalbank erhält gute Noten von den Studienautoren. Die Strategie der Bank 100 Millionen Franken in neue Applikationen für Internet- und Mobile-Banking zu investieren, scheint sich auszuzahlen.
 
Fast alle untersuchten Banken hätten ihre ersten Mobile-Banking-Angebote auf den Markt gebracht. Der Unterschied zwischen den Services sei jedoch gross. Grundsätzlich scheinen die Schweizer Banken den mobilen Services mehr Bedeutung zuzuweisen als die deutschen Institute, die Unic zum Vergleich heranzieht. Sie schneiden in allen untersuchten Mobile-Banking-Bereichen besser ab.
 
Services über die Grundfunktionen hinaus
Alle untersuchten Banken stellen Kontoinformationen und Zahlungsmöglichkeiten als Grundfunktionen beim mobile Banking zur Verfügung. Ein Grossteil bietet darüber hinaus das direkte Bezahlen von Einzahlungsscheinen oder die Freigabe von E-Rechnungen an.
 
Die meisten Kunden möchten ihre finanzielle Situation insbesondere bei Immobilienthemen oder beim Anlegen zunehmend selbständig analysieren können, schreibt Unic weiter. Dieses Bedürfnis nach digitaler Interaktion hätten viele Banken erkannt und verschiedene Werkzeuge dafür realisiert. Unter anderem stechen die Zürcher Kantonalbank und die Credit Suisse durch besonders viele Tools hervor. Darunter etwa Hilfestellungen zum Immobilienkauf oder Self-Assessment-Assistenten.
 
Persönlicher Kontakt dennoch gewünscht
Die Studienautoren kritisieren, dass die meisten Banking-Apps kaum Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme bieten. Die persönliche Beratung mittels Instant Messaging oder Video-Chat hätten nur wenige Banken in die digitale Welt transferiert. Ausserdem würden die Institute mit der Einbindung von sozialem Content noch zurückhaltend umgehen.
 
Eine Funktion die kaum verbreitet sei, ist die direkte Sperrung einer Karte, obwohl dies eine ideale Funktion für das Mobiltelefon wäre, bemerkt Unic. Kritik gibt es ausserdem für die Suchfunktionen: Die Suchergebnisse würden meist ohne Bewertung oder Hintergrundinformationen dargestellt. (kjo)