Meteo Schweiz nimmt neuen Supercomputer in Betrieb

Superkräfte für den Wetterdienst: Ein neuer Computer im Nationalen Hochleistungsrechenzentrum in Lugano ermöglicht detaillierte Wettervorhersagen. Nach einer sechsmonatigen Testphase kann Meteo Schweiz ab heute genauere Lokalprognosen abgeben. Das seit 2008 laufende Prognosemodell Cosmo-2 wird dazu von Cosmo-1 abgelöst. Cosmo-2 arbeitete mit Maschenweiten von 2.2 Kilometern. Das rund 20-mal mehr Rechenleistung benötigende Cosmo-1 schafft 1.1 Kilometer grosse Maschen. Dadurch würden die Prognosen für kleine und mittlere Täler zuverlässiger, schreibt Meteo Schweiz in einer Pressemitteilung.
 
Als Beispiel führt Meteo Schweiz das Valle Maggia an: Was in Cosmo-2 noch ein einziger Talläufer war, entpuppt sich in Cosmo-1 als Vereinigung von drei Seitentälern. Die höhere Auflösung mache "detailliertere regionale Prognosen und genauere lokale Warnungen" möglich. Zum Einsatz kommt das neue Vorhersagemodell für Prognosen, die bis 33 Stunden in die Zukunft reichen und alle drei Stunden neu berechnet werden. Einmal täglich wird für Wetterwarnungen zudem eine Prognose für die nächsten 45 Stunden vorgenommen.
 
Möglich macht das ein neuer Supercomputer im Nationalen Hochleistungsrechenzentrum in Lugano. Der Piz Kesch setzt sich aus zwei Cray CS-Storm Systemen zusammen, von denen eins zur Ausfallsicherung dient. Die beiden Systeme sind identisch und arbeiten mit jeweils 3 TB DDR4 Speicher und 192 Grafikprozessoren von Nvidia. Piz Kesch rangiert auf Rang 353 der 500 schnellsten Mammutrechner. Er schafft bis zu 191,5 Petaflops pro Rechner. (mik)