Junge InformatikerInnen sind BÜPF-kritisch

Junge InformatikerInnen sind skeptisch gegenüber Staatstrojanern. Resultat einer Umfrage unter fast 2000 Informatik-Lehrbeginnern und -Abgängern. Quelle: ICT-Berufsbildung. Mehrfachnennung möglich.
Eine erstaunlich grosse Zahl von jungen InformatikerInnen ist gegenüber dem Einsatz so genannter "Staatstrojaner" sehr kritisch eingestellt. Sie sind damit auch gegen die Revision des BÜPF, des Bundesgesetz über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs. Dies geht aus einer sehr breit geführten Umfrage von ICT-Berufsbildung unter den Informatik-Lehranfängern und den Abgängern hervor. Immerhin 1950 von rund 4500 Lernenden haben an der Umfrage teilgenommen.
 
Denn im neuen BÜPF wird der Einsatz von "Govware", wie man die Spionage-Software behördlicherseits gerne benamst, geregelt. Bereits bisher haben Polizeien solche Staatstrojaner eingesetzt, doch war die Rechtsgrundlage unklar. Man braucht solche Staatstrojaner zum Beispiel dazu, über Skype verschlüsselt geführte Telefongespräche abzuhören.
 
Von den fast 2000 TeilnehmerInnen an der Umfrage sagten 71 Prozent Nein oder eher Nein zu einem Gesetz, das den Einsatz von Staatstrojaner ermöglicht. Am meisten befürchten die jungen InformatikerInnen, dass so ein Trojaner "in die falschen Hände" geraten könnte und missbraucht würde. ICT-Fachleute, die die Lehre beendet haben, sind skeptischer gegenüber dem Staat, als Anfänger. 54 Prozent der Lehrabgänger finden, Freiheit sei wichtiger als staatliche Kontrolle. Aber nur 42 Prozent der Lehranfänger machen diese Aussage.
 
Ob diese Skepsis in konkretes Handeln umschlägt, wird sich noch weisen. Zur Zeit werden Unterschriften für das Referendum gegen das BÜPF gesammelt. Die Branche, darunter etwa der Verband Swico, wehrt sich gegen das neue Gesetz, auch weil es den Providern viele Pflichten und hohe Kosten aufbürdet. (hc)