Kommt der Markt für Gemeinde-Informatik in Bewegung?

Markus Fischer und Christoph Marti vor der Redaktion an der Zürcher Kanzleistrasse
Der Glarner Gemeindedienstleister aXc sagt, er könne Gemeinden die komplette Informatik für 6000 statt 9000 Franken pro Jahr und Arbeitsplatz anbieten.
 
Cloud-Computing verändert die Art und Weise, wie Firmen Informatik beziehen fundamental. Wird der Trend nun auch den attraktiven Markt der Gemeindeinformatik auf den Kopf stellen? Christoph Marti, Chef und Mitbesitzer des Glarner IT-Dienstleisters aXc glaubt daran. aXc ist die Marke der Axcelerate-Solutions AG. Er sagt, er könne Gemeinden die gesamte Informatik und Telekommunikation abnehmen und für 6000 Franken pro Jahr und Arbeitsplatz liefern. Das Angebot umfasse alle Services wie Fachsupport, Security oder Hardwaremiete (PC, Drucker), Bürosoftware und die ganze nötige Gemeindesoftware (Buchhaltung, Steuern, Einwohnerkontrolle, Sitzungsprotokolle und ähnliches).
 
aXc und Marti sind keine Unbekannten. Seine Firma betreibt unter anderem die Informatik für die drei Gemeinden des Kantons Glarus und Marti ist bis Ende dieses Jahres sowohl Geschäftsführer der IT-Organisation der Gemeinden (GL3) wie eben auch von aXc. Der Glarner Auftrag wird bald neu ausgeschrieben. Es wäre keine Katastrophe, wenn aXc den Glarner Auftrag verlieren würde, sagte der Tesla-Fahrer bei einem Redaktionsbesuch letzte Woche. Denn ein allfälliger Wegfall des Mandats würde durch Neukunden kompensiert.
 
Hochautomatisierte Prozesse, eigenes GEVER
Gemäss Marti gibt eine Gemeinde heute im Schnitt rund 9000 Franken pro IT-Arbeitsplatz und Jahr aus. Untersuchungen würden zeigen, dass aXc den Dienst für rund 6000 Franken erbringen kann, sagt Marti. Grund: Die Services wie Fachsupport, Datenmigrationen und Support sind hoch standardisiert. Zudem wird die Software wird in automatisierten und virtualisierten Rechenzentren betrieben.
 
aXc arbeitet heute unter anderem mit Gemeindesoftware von NEST. Er könne aber auch jede andere Gemeindelösung (Ruf, Dialog) liefern, so Marti. Ausserdem hat seine Firma eine eigene, auf Microsoft Share Point basierende Lösung für die Geschäftsverwaltung (aXc-GEVER) entwickelt.
 
Bekannte Figur der Szene an Bord geholt
Mit Markus Fischer hat Marti nun eine bekannte Figur an Bord geholt. Fischer ist seit vielen Jahren im Business mit Behörden unterwegs. So war er lange Geschäftsführer der Zeit AG, danach bei Soreco Publica und zuletzt verantwortlich für das Schweiz-Geschäfts bei Axon Ivy. Ausserdem ist Fischer seit vielen Jahren im Standardisierungsgremium eCH aktiv.
 
Fischer soll nun als Leiter Business-Consulting aXc-Cloud das Gemeindebusiness des Glarner IT-Dienstleisters vorantreiben.
 
Wiedergeburt des "IT-Sorglospakets" von Abraxas
Aus dem Nichts heraus muss Fischer nicht starten. Denn aXc hat einige Gemeinden als Kunden. Dazu gehören Gerlafingen, Aarburg, Wangen-Brüttisellen und einge Werke. Gerlafingen? Genau: Gerlafingen wurde wurde 2012 von Abraxas als Vorzeigekunde genannt. Abraxas wollte damals mit einem Lösungspaket namens AX2 in den Gemeindemarkt vorstossen und versprach ein "IT-Sorglospaket für Gemeinden". Später stieg der Zürcher IT-Dienstleister in Staatsbesitz still und leise aus dem Business aus. Viel geändert hat das nicht, denn AX2 war keine Eigenentwicklung, sondern kam aus dem Kanton Glarus. Von aXc. (hc)