Bündner wollen papierloses Parlament - mit Dropbox und iPad

Der Grosse Rat, das Parlament des Kantons Graubünden, soll in Zukunft papierlos werden. Oder mindestens viel papierärmer als bisher. Wie der Kanton heute in einem kurzen Video mitteilt, können sich nach einer einjährigen Testphase alle Ratsmitglieder für die elektronische Verteilung von Sessionsunterlagen anmelden. 90 der 120 Parlamentarier hätten dies bereits getan und verzichteten auf die traditionelle Postzustellung. (Den Videoclip kann man anschauen, indem man auf dem Portal des Kantons den Beitrag "Digitalisierung im Grossen Rat" anklickt.)
 
Die Ratsmitglieder, die sich dafür entscheiden, erhalten die vom Ratssekretariat zusammengestellten Sessionsunterlagen elektronisch via Dropbox. Für den Zugriff können sie ein eigens vom Kanton zur Verfügung gestelltes iPad benützen.
 
Gerade die Verwendung von Dropbox mag manche erstaunen. Dropbox hat keine Server in der Schweiz. Die Unterlagen des Bündner Parlaments werden also im Ausland gespeichert.
 
Die Frage der Sicherheit sei von Anfang an ein zentrales Element bei der Konzeption gewesen, so der Leiter des Ratssekretariats Domenic Gross. Die Daten werden auf Dropbox-Servern nach dem AES-256-Standard verschlüsselt. Die wohl deutlich wichtigere Sicherheitsmassnahme ist allerdings, dass sensible Unterlagen auch weiterhin nicht elektronisch verteilt werden. Wie Gross erklärt, werden diese wie eh und je per Post verschickt.
 
Und wie Gross noch ergänzt: Die Unterlagen, die den grossen Rat betreffen, werden sowieso alle publiziert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. (hjm)