Ericsson baut fast 4000 Stellen in Schweden ab

Bereits vor rund zwei Wochen berichteten schwedische Medien, dass Ericsson die letzten Produktionsstätten in Schweden schliessen und 3000 Stellen abbauen möchte. Nun hat das Unternehmen den Stellenkahlschlag bestätigt, der noch heftiger ausfällt als zunächst angenommen. 3900 Arbeitsplätze fallen weg, was fast einem Viertel der Gesamtbelegschaft im Heimmarkt entspricht.
 
Für das Land sind die Kürzungspläne eines seiner grössten Arbeitgeber ein herber Schlag. In den vergangenen Wochen hatten sich Politiker und Gewerkschafter für die Rettung der Jobs ins Zeug gelegt. "Die Massnahmen sind notwendig, um sowohl Ericssons langfristige Wettbewerbsfähigkeit als auch die führende Position in Technologie und Service zu sichern", erklärte Interimschef Jan Frykhammar. Er führt die Geschäfte, nachdem Konzernchef Hans Vestberg im Juli seinen Hut nehmen musste. Unter Investoren herrscht grosser Unmut: Ericsson hat in diesem Jahr rund ein Viertel seines Börsenwerts eingebüsst.
 
Allein in der Produktion sollen 1000 Stellen wegfallen, in Forschung, Entwicklung und anderen Bereichen weitere 2000. Ausserdem trennt sich das Unternehmen von 900 Beratern. Allerdings will man zugleich über die kommenden drei Jahre in Forschung und Entwicklung 1000 neue Positionen schaffen.
 
Erst 2014 hatte die Konzernführung ein milliardenschweres Sparprogramm aufgelegt. Ericsson macht zu schaffen, dass in den Industrieländern die Geschäfte stagnieren, weil die Mobilfunknetze mit der schnellen LTE-Technik weitgehend ausgebaut sind. Der Übergang zur nächsten Generation 5G steht wohl frühestens 2020 an. Erst dann wird wieder mit umfangreichen Aufträgen gerechnet. Zudem setzt Ericsson die wachsende Konkurrenz chinesischer Rivalen wie Huawei zu. (sda/kjo)