Open Data-Studie: Schweiz hinkt hinterher

Bild: capgemini
Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde zum zweiten Mal untersucht, wie weit europäische Länder in Sachen Open Data sind. Dabei wurde auch die Schweiz im "Open Data Maturity in Europe 2016" untersucht.
 
Die Studie prüft den Reifegrad von Open Data in der EU28+, also inklusive Norwegen, Schweiz und Liechtenstein und dies in zwei Bereichen: Open Data Readiness umfasst die Förderung und den Entwicklungsstand von nationalen Open-Data-Richtlinien. Und der Open-Data-Reifegrad, beurteilt die in nationalen Portalen angebotenen Funktionen wie UX oder Maschinenlesbarkeit der Daten.
 
Rang 20 beziehungsweise 29
Im allgemeinen Open Data Barometer Ranking liegt die Schweiz zurück: Auf Rang 20 in den EU28+, weit hinter England, hinter der Tschechischen Republik und auch hinter Italien.
 
Schaut man sich die globale Situation an, so steht die Schweiz gar erst auf Rang 29 im Global Open Data Index und damit gar hinter Moldawien oder Kolumbien.
 
Im Detail zeigt sich dennoch eine vergleichsweise positive Dynamik. Die Schweiz ist zwar relativ weit entfernt von den "Trend Setters" wie speziell Spanien und Frankreich, aber immerhin ein "Fast Tracker", holt also auf. Dazu beigetragen hat das frisch gelaunchte Portal 'opendata.swiss' mit seinen vielen Features. Mehr als 90 Prozent der Daten seien maschinenlesbar lobt der Report. Ebenso werden Events wie der "Open Geneva Hackathon" positiv erwähnt.
 
Hingegen bemängeln die Autoren aber, dass in der Schweiz noch keine regionalen Portale integriert seien, was offenbar aber per Ende geplant ist.
 
Schweizer Sonderkurs bei Lizenzen
In Sachen Lizenzen und legale Rahmenbedingungen fährt die Schweiz einen Sonderkurs. Statt Lizenzen wie OGL (Open Government Licence) 2.0 oder - wie Trendsetter Deutschland - CC-BY zu adaptieren, setzt die Schweiz bislang auf Nutzungsbedingungen.
 
Die Studie zeigt, dass die EU28+ im Jahr 2016
Bild: capgemini
zu 55 Prozent Portale haben, um ihre öffentlich verfügbaren Regierungsdaten zur Nutzung anzubieten. Dies ist ein Anstieg von 28,6 Prozent im Vergleich zu 2015.
 
Mehr als die Hälfte der EU28+-Länder verfügen nicht nur über fortgeschrittene Open-Data-Portale, sondern auch über robuste Open-Data-Richtlinien und Strategien, um die Verbreitung von Open Data zu erhöhen. Nichtsdestotrotz empfehlen die Autoren, dass die Länder die Sensibilisierung auch politisch vorantreiben sollten, automatisierte Prozesse und Wiedernutzbarkeit der Daten fördern sollten sowie vermehrt lokale und nationale Events und Schulungen zu organisieren.
 
Die Studie entstand im Auftrag der Europäischen Kommission in Zusammenhang mit dem Europäischen Data Portal, das von Capgemini koordiniert wird. (mag)