Opacc selbstbewusster denn je

Der Luzerner Software-Hersteller überschüttet seine Kunden mit 464 neuen Features und sagt: "Wir sind bereit für die Digitalisierung."
 
Letzte Woche lud der Luzerner Business-Software-Hersteller Opacc seine Kunden ins Verkehrshaus zur 13. "OpaccConnect". Über 300 Personen sind gemäss Opacc-Marketing-Mann Urs Amrein gekommen. Wir haben nicht nachgezählt, können aber bestätigen: Der Vortragssaal im Verkehrshaus war bis auf den letzten Platz besetzt.
 
Der ERP-Hersteller hat kein Problem damit, wenn sich Journalisten unter das Publikum und Mitarbeitende mischen. Das Selbstbewusstsein scheint gerechtfertigt, denn gleich der erste Opacc-Kunde, auf den wir zufällig stiessen, traktierte uns ungefragt mit einem Werbespot: Er arbeite seit 24 Jahren mit Opacc-Software und habe noch nie ein Problem gehabt. Es sei schon fast langweilig: Seine Unternehmer-Kollegen hätten seither schon drei stressige Software-Migrationen hinter sich, er noch keine, sagte Markus Renggli von der Rombus.
 
Selbstbewusst war der Auftritt des Herstellers durchs Band. So hiess es bei der Präsentation der Roadmap des Herstellers schlicht: "Die Digitalisierung kann kommen. Wir sind bereit."
 
Mehr Mobile, mehr Cloud… und immer noch viele Dataflex-User
Opacc hat in den letzten zwei Jahren 464 neue Features entwickelt, sagte Opacc-Chef Beat Bussmann an einem kurzen Medienanlass am Rande der Kundenveranstaltung.
 
Vor zwei Jahren präsentierte Opacc die Integrationsplattform Oxas (Open Extended Application Services) als zentrale Datendrehscheibe. Nun wird offensichtlich, warum Oxas für die Luzerner so wichtig ist. Oxas ist die Grundlage für eine ganze Reihe von neuen, wichtigen Features.
 
So kündigte der Hersteller "CloudClients" an. Opacc-Anwender können so ohne Terminalserver oder Citrix auf das System zugreifen. Zudem ermöglichen die "CloudClients" die Client-basierte Integration mit anderen SaaS-Lösungen wie Office 365. Oxas ermöglicht auch die zentrale Verwaltung von digitalen Medien.
 
Ebenfalls neu ist MobileService für die Digitalisierung von Dienstleistungs-Prozessen. Service-Mitarbeiter können über Windows-10-Tablets auf Opacc zugreifen. Kernfunktionen sind auch offline verfügbar.
 
Spannender als Opaccs Outsourcing-Angebot (OpaccCloudCenter und OpaccCloudBox) ist die Integration von SaaS-Lösungen weiterer Hersteller. So bietet Opacc E-Printing und Verknüpfungen zu Adress-Management mit Directories und Moneyhouse. Weitere Services sind die elektronische Rechnungsstellung und GeBüV-konforme Archivierung.
 
Bussmann vertritt vehement und seit langem die These, "Architektur vor Technologie." Das heisst, dass es für ihn nicht so sehr darauf ankomme, ob man die neueste Technologie für den Bau einer Lösung einsetze. Vielmehr müsse man von Anfang an die richtige Architektur haben. Er scheint recht zu haben. Denn Opacc ist erst seit Januar 2014 mit Microsoft SQL Server als Datenbank statt der alten DB Dataflex zu haben. Aber noch benützen ungefähr 100 Kunden Dataflex, so Bussmann. "Dataflex hat halt gut funktioniert und braucht wenig Ressourcen", erklärte der Opacc-CEO den erstaunlichen Fakt.
 
Keine Auslandpläne, noch keine sichtbare Nachfolgeregelung
Auf die Frage eines Kollegen, ob Opacc Pläne habe, ins Ausland zu expandieren, antwortete Bussmann mit einem klaren Nein. Es gebe zwar einige Kunden, die Opacc international einsetzten, doch habe er keine Pläne, die ERP-Lösung aktiv ausserhalb der Schweiz zu verkaufen. Grund: "Unser Zielmarkt umfasst 5000 Firmen in der Schweiz. Wir haben 500 Kunden. Es bleiben also noch 4500", sagte Bussmann.
 
Beat Bussmann ist 58 Jahre alt. Wäre es nicht an der Zeit, die künftige Besitzerschaft und Geschäftsleitung von Opacc aufzubauen? Bussmann beantwortete unsere Frage gleich wie vor zwei Jahren. Sein Nachfolger sei höchstwahrscheinlich ein Mitarbeiter von Opacc, der seine künftige Rolle noch gar nicht kenne. Er selbst sei noch viele Jahre dabei, so Bussmann. (hc)
 
(Interessenbindung: Opacc ist Werbekunde unseres Verlags.)