Digitale Gesellschaft bewertet Threema, WhatsApp und Co.

Die Digitale Gesellschaft hat verschiedene Kommunikationstechnologien nach ihrer Sicherheit und Nachhaltigkeit bewertet und eine Liste erstellt. Unter die Lupe genommen wurden E-Mail mit verschiedenen Verschlüsselungsoptionen, moderne Kommunikationsformen wie WhatsApp, Threema und Snapchat, aber auch ganz traditionelle Kommunikationswege wie die Briefpost.
 
Die Digitale Gesellschaft ist 2011 als Zusammenschluss netzpolitisch interessierter Kreise enstanden. Zu den Mitliedern gehören sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen. Der Anlass für die Bewertung war laut der Digitalen Gesellschaft die Inkraftsetzung neuer Überwachungsgesetze sowie die Nachricht, dass WhatsApp nun Userdaten an Facebook weitergibt.
 
In der Schlussbewertung gibt die Digitale Gesellschaft je drei Sterne an Kommunikationstechnologien, die wohl nicht jedem geläufig sind: E-Mail mit den Verschlüsselungen pEp oder GnuPG, das Chatprotokoll Jabber (XMPP) mit OTR-Verschlüsselung sowie die alternativen Skype-Konkurrenten Tox und RetroShare.
 
Wer sich vor allem für die Sicherheit von Kommunikationswegen interessiert, sollte sich die Bewertungen in den einzelnen Kategorien genauer anschauen. In die Schlussbewertung lässt die Digitale Gesellschaft eben nicht nur die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre einfliessen, sondern auch die Nachhaltigkeit. Unter letzterem versteht die gemeinnützige Organisation, ob ein Service auf offenen Standards und Open-Source-Software basiert und ob er eine dezentrale Architektur aufweist.
 
Der Schweizer WhatsApp-Konkurrent Threema, der im Bereich Sicherheit und Privatsphäre durchwegs gute Noten erhält, wird beispielsweise durch die Nachhaltigkeitskriterien auf die Gesamtnote zwei Sterne gedrückt. Auch die Schweizer E-Mail-Services Privasphere, Incamail und Protonmail erhalten im Bereich Nachhaltigkeit schlechtere Noten als im Bereich Sicherheit. Allerdings erhalten diese Services auch beim Kriterium End-to-end-Verschlüsselung nur einen oder zwei Sterne von der Digitalen Gesellschaft.
 
Anzumerken ist noch, dass die digitale Gesellschaft allen Services, die von Schweizer Unternehmen stammen, beim Kriterium "Keine Metadatenspeicherung" nur zwei Sterne gibt, weil sie in Zukunft unter den Geltungsbereich des neuen BÜPF und Nachrichtendienstgesetzes fallen werden. (hjm)