Von Usern für User: Ein IoT-Netzwerk für die Schweiz

Bild: Screenshot The Things Network
Das Internet of Things benötigt neben den "Dingen" auch die Konnektivität, um die Kommunikation zwischen den Geräten und Sensoren zu ermöglichen. Bevor der 5G-Standard diese Konnektivität erlaubt, sind es insbesondere die Telcos, die IoT-Netzwerke aufbauen. Es gibt aber auch andere Initiativen, wie The Things Network. Die Initianten wollen weltweit ein offenes Internet-of-Things-Netzwerk einrichten, das von den Usern selbst besessen und betreut wird. Seinen Anfang nahm das Projekt im Sommer 2015 in Amsterdam und mittlerweile sei das Network in rund 80 Ländern auf der ganzen Welt aktiv, schreibt die Initiative auf ihrer Website.
 
In der Schweiz ist die Community laut der Slack-Gruppe des Schweizer Ablegers auf rund 380 Personen angewachsen. Es sei aber schwierig eine soziale Dynamik in Zahlen zu fassen, erklärt Gonzalo Casas, der Initator der Zürcher Community, auf Nachfrage von inside-it-ch. Es engagierten sich auch Startups, Behörden, KMU und verschiedene Bildungseinrichtungen im Projekt, schreibt The Things Network Schweiz in einer Mitteilung. Auch das sei aber aufgrund der dezentralen Struktur des Projekts schwierig zu fassen. Einige Institution seien formeller beteiligt, andere unterstützten das Projekt unverbindlicher, sagt Casas. Aber er nennt einige Unterstützer: Das Startup für Realtime-Monitoring Decentlab, den IT-Dienstleister EBP, BSI Software, das IT-Startup Adnexe aber auch die Fachhochschule Bern und die Swiss Open Systems User Group.
 
In Bern und Zürich gibt es bereits eine nennenswerte Anzahl Gateways: In der Hauptstadt sind es 23 in der Stadt an der Limmat 29. Das Projekt verwendet LoRaWan, eine Low-Power-Wide-Area-Network-Technologie (LPWAN). Aufgrund des niedrigen Stromverbrauchs und der hohen Reichweite sei diese besonders geeignet für grossflächig verteilte IoT-Projekte, schreibt die Initiative weiter. Die niedrigen Kosten würden zudem den selbstverwalteten Aufbau und Betrieb der Netzwerke ermöglichen.
 
Das Netzwerk ist offen und selbst finanziert
Aus dem Projekt seien in der Schweiz einige neue Anwendungen hervorgegangen: Neben einem Tool zum Hüten von Kuhherden mittels Geofencing und einer Messungs-Anwendung für den Grundwasserspiegel habe die Community auch einen Diebstahlschutz für Fahrrädern entwickelt. "Das Errichten von eigenen Gateways und der Betrieb von eigenen Applikationen ist erstaunlich einfach", wird Lukas Haas, der Gründer des Ablegers in Basel, in der Mitteilung zitiert.
 
Hinter dem Projekt steckt keine Geschäftsidee. "Wir wollen im Grunde das für IoT-Netzwerke tun, was Open Source in der Software-Welt gemacht hat", sagt Casas. Finanziert werde die Infrastruktur von jenen, die sie errichten. (ts)