IT-Crash bei BA: "Stromausfall hat unsere Server beschädigt"

"Fehler des Monats" heisst offenbar eine neue Rubrik im Mitarbeiter-Magazin von British Airways (BA). Laut der Luftfahrtpublikation 'aero.de' sei die Novität vom British-Airways-Chef Alex Cruz eingeführt worden.
 
Der IT-Crash vom letzten Wochenende dürfte in diese Kategorie fallen. Die Ursache dahinter sei ein Stromausfall, hatte BA erklärt. Das sei plausibel, hatte ein Netzwerk-Experte und ein Schweizer RZ-Designer in einem ausführlichen Interview erklärt.
 
Laut 'Reuters' weiss BA jetzt ein bisschen mehr darüber, was letzten Samstag im BA-RZ nahe Heathrow eigentlich ablief. "Es gab erst einen totalen Stromunterbruch im Rechenzentrum. Der Strom kehrte dann unkontrolliert zurück und verursachte physische Schäden an den IT-Servern", so BA in einer Erklärung heute. "Es war kein IT-Problem, sondern ein Stromzufuhr-Problem".
 
In der Folge sei der Austausch zwischen 200 Kommunikationssystemen von BA nicht mehr möglich gewesen, welche offenbar zehntausende von Messages pro Tag verarbeiten.
 
Genau dieser Kollaps sei auch der Grund dafür gewesen, dass ein redundantes RZ nicht habe hochgefahren werden können. Mehr konkretes will oder kann BA nicht sagen. Eigentlich wären für diese Fälle redundante Stromversorgungen mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) und Notstromgeneratoren einzurichten.
 
Der CEO der BA-Mutter IAG, Willie Walsh, wehrte sich gegen Vorwürfe, die IT der Fluglinie sei zu alt. "Wir investieren Milliarden in neue IT. Wenn Investitionen nötig sind, dann tätigen wir sie auch", sagte er der 'Times'.
 
BA bestreitet auch, dass Outsourcing nach Indien mitverantwortlich ist, wie dies die zuständige Gewerkschaft behauptet. Eine Bestätigung, dass vor Ort fest angestellte BA-Mitarbeiter verfügbar waren, steht laut 'The Register' aber auch noch aus.
 
Aktuelle Zwischenbilanz des Crashs: Er dauerte mindestens von Samstag, 9.30 Uhr bis Montag Mittag und betraf mindestens 75'000 Kunden rund um den Globus. Die Entschädigungszahlungen an Kunden dürften laut übereinstimmenden Schätzungen mehr als 150 Millionen betragen. Die Aktie der IAG, welche am Montag noch abgesackt war, hat sich inzwischen wieder erholt, wenn auch nicht vollständig. (mag)