Ex-Comcom-Präsident Furrer mit Telekom-Preis aus­gezeichnet

Preisträger Marc Furrer heute am Asut-Seminar in Bern.
Der Telekom­verband Asut hat den ersten Schweizer Tele­kommunikations­preis an den ehemaligen Bakom-Direktor und Regulator Marc Furrer verliehen. Der einstige Präsident der Eidgenössischen Kommunikations­kommission (ComCom) wurde geehrt für seinen Einsatz für freien, fairen und offenen Wettbewerb. Furrer habe die Liberalisierung der Telekombranche geprägt, sagte Asut-Präsident Peter Grütter an der Tagung des Verbands in Bern. Als Auszeichnung übergab Grütter Furrer ein historisches Telefon. Das Holzgerät sei 5,2 Kilogramm schwer. "Alleine der Hörer wiegt fünfmal so viel wie ein iPhone", sagte Grütter.
 
Furrer habe sich auch für die Basisinfrastrukturen eingesetzt. Er habe einen Runden Tisch organisiert, als die Telekomfirmen sich verkracht hätten und nicht gewusst hätten, wie man die Glasfasernetze bauen sollte, sagte Grütter. Dies habe zum jetzigen Modell geführt, wonach vier Glasfasern in die Haushalte gelegt würden.
 
"Als ehemaliger Regulator ist man überrascht, wenn man so geehrt wird", sagte Furrer: "Ich musste doch in den letzten 25 Jahren einigen Leuten auf die Füsse treten. Den Popularitätswettbewerb gewinnt man nicht als Regulator." Der Berner war zunächst während zwölf Jahren der erste Direktor des neu geschaffenen Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) gewesen. Später amtete er für zwölf Jahre bis Ende 2016 als Comcom-Präsident.
 
Er habe sich immer um Balance zwischen Wettbewerbsförderung und den Interessen der Unternehmen bemüht, damit diese genug Geld für Investitionen und Innovationen hätten. "Denn unser Ziel ist es ja, die modernste und beste Infrastruktur zu haben, damit die digitale Schweiz überhaupt erst möglich ist", sagte Furrer. "Ein Regulator muss ein gutes Augenmass haben. Ich habe einmal gesagt: Nur ein fauler Regulator ist ein guter Regulator." Es gebe zu viele Regulierungen, die Überregulierungen seien. "Das habe ich immer versucht zu vermeiden", sagte Furrer. (sda/kjo)