Solothurner Parlament spricht Zusatzkredit und kritisiert SAP-Abhängigkeit

Das Solothurner Kantonsparlament hat für die Modernisierung der von der kantonalen Verwaltung verwendeten Software einstimmig einen Zusatzkredit von 360'000 Franken bewilligt. Ein Teil der Mehrkosten entstand, weil man heikle Daten nicht nach Deutschland auslagern will.
 
SP und Grüne stimmten zwar dem Zusatzkredit zu. Ihre Sprecher kritisierten aber die Abhängigkeit, in der sich der Kanton Solothurn mit der Wahl von SAP-Lösungen inzwischen befinde. Man solle doch, so regten die Sprecher an, wie der Kanton Bern prüfen, ob nicht andere Lösungen möglich seien.
 
In den nächsten zehn Jahren werde man sicher darüber diskutieren, versprach Regierungsrat Roland Heim (CVP). Er bezeichnete die Einführung von neuen Softwarekomponenten als "grosse Herausforderung für alle Beteiligten". An gewissen Projekten habe man Abstriche gemacht, ohne diese jedoch ganz zu beerdigen.
 
Beim Projekt seien nicht nur Mehrkosten entstanden, sondern es seien auch Einsparungen gemacht worden, sagte Kommissionssprecher Josef Maushart (CVP). Die Finanzkommission rate, künftig bei Projekten mit Kosten von unter einer Million Franken eine Reserve von fünf Prozent einzubauen, bei Projekten mit Kosten von über einer Million Franken eine Reserve von zehn Prozent.
 
Vor zwei Jahren hatte der Kantonsrat Solothurn für das als SAP-Redesign benannte Projekt 4,8 Millionen Franken bereitgestellt, ohne Reserven einzuplanen. Kam hinzu, dass die angestellten Kostenschätzungen schon damals sehr schwammig daherkamen.
 
Mit 300'000 Franken Mehrkosten wird primär eines der beiden Lose wesentlich teurer. Anstelle der ursprünglichen Cloud-Lösung für das eRecruiting mit einer Auslagerung der Daten ins SAP-Rechenzentrum in Deutschland, wurde nun eine Lösung im kantonseigenen Rechenzentrum umgesetzt. (mag / sda)