Südkoreaner übernehmen Genfer ID Quantique für 65 Millionen Dollar

Bislang hatte die Genfer ID Quantique in mehreren Runden zehn Millionen Franken gesammelt. Nun kündigt das Unternehmen für Quantenkryptographie an, dass die südkoreanische SK Telekom 65 Millionen Dollar (61 Millionen Franken) investieren wolle.
 
"Ich glaube, dass diese neue Investition ein wichtiger Schritt für unser Unternehmen und die gesamte Quantenindustrie ist", schreibt Grégoire Ribordy, Gründer und CEO von ID Quantique, in einer Mitteilung.
 
Vorangegangen ist eine Partnerschaft zwischen den Unternehmen und SK Telekom, grösster Mobile-Anbieter von Südkorea, hatte bereits einmal zwei Millionen investiert. Nun wird SK Telekom mit einer Kapitalerhöhung zum neuen Mehrheitsaktionär.
 
Laut 'Le Temps' setzen sich die 65 Millionen aus drei Ebenen zusammen: 20 Millionen sollen im Rahmen der Kapitalerhöhung das geplante Wachstum finanzieren.
 
Zudem wird SK Telekom Aktien im Wert von ca. 25 Millionen Dollar von bisherigen Investoren übernehmen, so die Genfer Zeitung.
 
Drittens wird ein Team von SK Telekom die Mitarbeiter von ID Quantique integrieren. "Der Wert dieser Übertragung von Aktivitäten beträgt ungefähr 20 Millionen Dollar", sagt Gregory Ribordy. Das Managementteam bleibt laut Mitteilung bestehen, und der Hauptsitz von ID Quantique bleibe in Genf. Die Firma zählt heute rund 60 Mitarbeitende in Genf und ein Dutzend weitere weltweit.
 
Deren Zahl solle sich durch den Deal in zwei Jahren verdoppeln, so Ribordy. Der Anteil an Mitarbeitenden in Genf und international werde Fifty-Fifty sein, kündigt Ribordy an, einige Mitarbeitende würden nach Südkorea gehen, andere von dort nach Genf ziehen.
 
Als spezifisches Wachstumsfeld nennen Ribordy und Park Jung-ho, CEO und President von SK Telecom, speziell sicheres 5G, beispielsweise im Kontext von autonomen Fahrzeugen.
 
ID Quantique, 2001 gegründet, soll 2017 mehr als zehn Millionen Franken Umsatz erzielt haben mit Kunden in etwa 60 Ländern, so 'Le Temps'. Weitere Zahlen werden keine genannt. Das Unternehmen zählt sich zu den Top-3-Firmen weltweit in der Quanten-Kryptographie, es gebe in ihrem Bereich sonst nur zwei bedeutende chinesische Konkurrenten. (mag)