Sunrise wird Langzeitmieter in Glasfasernetzen

20 Jahre Miete bei SFN, IWB, SIG. Ausserdem hat der Verkauf der eigenen Funkmasten dem Telco einen Gewinnsprung beschert.
 
Der Telekomanbieter Sunrise hat 2017 einen ausserordentlichen Gewinnsprung erzielt. Waren es im Vorjahr noch 87 Millionen, lag der Nettogewinn im letzten Jahr bei 505 Millionen Franken. Dies war allerdings hauptsächlich auf den Verkauf der Funkmasten zurückzuführen, der einmalig 500 Millionen Franken in die Kassen des Telcos spülte.
 
Der Umsatz sank dagegen um 2,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 1,1 Prozent auf 592 Millionen Franken.
 
Die Aktionäre erhalten trotzdem eine um 20 Prozent erhöhte Dividende. Die Erhöhung soll auch dieses Jahr fortgesetzt werden.
 
Besonders stolz äusserte sich der Sunrise-Chef Olaf Swantee vor Journalisten zur Entwicklung im Geschäftskundenbereich, wo man 2017 Firmen wie Nestlé oder Swiss habe gewinnen können. "Wir glauben, dass sich die Stabilisierung in diesem Bereich 2018 fortsetzen wird", sagte er. Grund für seine Zuversicht sei, dass sein Unternehmen in diesen Bereich stark investiert habe. Allerdings, so gab Swantee zu, gebe es hier "durchaus noch viel zu tun".
 
Zu Gerüchten um eine mögliche Übernahme durch den Konkurrenten Liberty Global (Besitzer von UPC Schweiz), die Mitte Februar von verschiedenen Schweizer Medien publiziert worden waren, wollte sich Swantee hingegen nicht äussern. "Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte oder Spekulationen", betonte der Chef.
 
Trotzdem fügte er an: "Wir verfolgen eine klare Stand-Alone-Strategie." Die Planung ist somit weiterhin klar auf eine Tätigkeit als einzelnes Unternehmen ausgerichtet.
 
Dauermieter in Glasfasernetzen
Ausserdem gab Sunrise bekannt, dass man neue Glasfaser-Zugangsvereinbarungen mit SFN (Swiss Fibre Net AG) und mit IWB (Industrielle Werke Basel) abgeschlossen habe und eine entsprechende Partnerschaft mit SIG (Services Industriels de Genève) erneuern werde.
 
Das Ziel der Vereinbarungen sind langfristige, nicht entziehbare Nutzungsrechte für Sunrise über einen Zeitraum von 20 Jahren. Um sich diese zu sichern, zahlt der Telco einen Vorab-Beitrag an die Investitionen der Partner in der Höhe von 56 Millionen Franken.
 
Durch den Vertrag mit SFN, einem Zusammenschluss von mehreren Stadtwerken, erhält Sunrise Netzzugänge unter anderem in Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und im Oberwallis.
 
Ausserdem, so Sunrise, sei man daran, die Netzzugangsvereinbarung mit Swisscom, die im Jahr 2014 abgeschlossen wurde und Ende dieses Jahres ausläuft, zu erneuern. Sunrise hofft dabei auf ähnliche Bedingungen wie bei den anderen Verträgen. (hjm)