Fedpol setzt auf israelischen iPhone-Entsperrer

Das israelische Unternehmen Cellebrite liefert weltweit Technologien an Strafverfolgungsbehörden, Militär und Geheimdienste. Zu den Kunden gehören das FBI aber auch die Waadtländische Polizei sowie das Bundesamt für Polizei Fedpol, wie 'Le Temps' mit Berufung auf zwei Insiderquellen berichtet.
 
Die Waadtländer Kantonspolizei sei mit der deutschen Niederlassung von Cellebrite in München verbunden. Auf Anfrage von 'Le Temps' bestätigt die Polizei, dass sie mit der israelischen Gesellschaft zusammenarbeite. "Cellebrite ist einer unserer Partner. Wir beobachten die Technologie ständig und wechseln oft den Lieferanten", so ein Sprecher zur Zeitung. Auch das Fedpol hat gegenüber der Zeitung bestätigt, dass Cellebrite einer der Partner sei, mit denen das Bundesamt zusammenarbeite.
 
Die Cellebrite-Technologie kann genutzt werden, um auf gesperrte Smartphone-Inhalte zuzugreifen, darunter iPhones wie auch Android-Geräte. Der Name Cellebrite erlangte insbesondere vor zwei Jahren Bekanntheit, nachdem das FBI ein iPhone 5 ohne Hilfe von Apple entsperren konnte. Berichten zufolge gelang der US-Behörde dies mit Lösungen von Cellebrite. Dies nachdem die US-Regierung längere Zeit mit dem Hersteller um die Entsperrung des Gerätes stritt. Dem US-Heimatschutzministerium sei es im Herbst 2017 mit der Cellebrite-Technologie auch bereits gelungen, auf den Inhalt eines iPhone X – das neuste Apple-Modell – zuzugreifen, so der Bericht mit Berufung auf 'Forbes'. (kjo)