Knatsch im Schweizer Fintech-Verband SFTA

Der gesamte Vorstand der Swiss Finance + Technology Association (SFTA) ist zurückgetreten. Wie 'Finews' berichtet, ist dem Rücktritt ein schon länger gärender Konflikt mit dem SFTA-Präsidenten John Hucker vorausgegangen. Laut dem Bericht geht es insbesondere um die vom ursprünglichen Gründungszweck abweichende künftige Ausrichtung des Verbands und auch um fehlende finanzielle Unterstützung für die Westschweiz. Hucker soll zuletzt trotz mehrfacher Aufforderungen des Vorstandes, eine ausserordentliche Sitzung einzuberufen, nicht reagiert haben.

Der 2015 von Hucker gegründete Verband ist laut 'Finews' einer von mehr als einem halben Dutzend Fintech-Verbänden in der Schweiz. Die SFTA arbeitet mit der Singapore Fintech Association zusammen, um die Fintech-Ökosysteme beider Länder zu stärken. Ihr Fintech-Ökosystem-Directory ermöglicht mit seinem globalen Verzeichnis einen Blick auf die weltweite Fintech-Startups-Szene. Mit den Abgängen von Christian Dreyer, Daniel Diemers, Boris Battistini, Klaus Kummermehr, Luke Szkudlarek und Alexandre Gaillard verliere der Verband wichtige Netzwerker, Know-how-Träger und seinen Anker in der Westschweiz, heisst es weiter.

Die soeben erfolgte Eskalation geht laut 'Finews' darauf zurück, dass Hucker sich vom Modell einer Non-Profit-Organisation verabschieden wolle. Dagegen habe der Vorstand auf den Gründungszweck beharrt, der auf den Aufbau eines Schweizer Fintech-Ökosystem fokussierte, das möglichst alle Interessenvertreter umfasst.

So wird Hucker denn auch ein mit dem Gründungszweck, aber auch den Interessen der Verbandsmitglieder und des Vorstandes nicht vereinbares Verhalten vorgeworfen. Waren ursprünglich nur Einzelmitglieder aufgenommen worden, war seit vergangenem Jahr auch die Mitgliedschaft für Firmen möglich geworden. Seither soll die SFTA deutlich gewachsen sein. (vri)