Pentagon unter Beschuss wegen 950-Millionen-Zuschlag an AWS-Partner

Das US-Pentagon will in die Cloud, aber hat Ärger mit der Beschaffung von Cloud-Services, beziehungsweise einem Riesenzuschlag. Der Zuschlag über 950 Millionen Dollar ging an eine Firma namens Rean Cloud, einen AWS-Partner.
 
Doch laut 'Washington Post' gab es Einsprachen dagegen. Der Vorwurf wiegt hart: "Günstlingswirtschaft". Und der Beschwerdeführer ist gross: Oracle.
 
Und warum geriet der Zuschlag an Rean Cloud überhaupt unter Beschuss? Nun, klar ist, dass das Pentagon so breit wie möglich in die Cloud will, aber in wessen Cloud, das ist offen. So beschwerten sich unterlegene Konkurrenten, dass der Plan des Pentagons keinen Sinn mache, bereits ein Unternehmen auszuwählen, das die Dienste in die Cloud migriere, wenn noch unklar ist, wer Cloud-Provider sein werde. Ausserdem sei mit dem AWS-Partner der Entscheid schon stark vorgespurt, wenn nicht schon gefasst.
 
So reichte Oracle im Februar eine Beschwerde gegen den Entscheid ein und nannte laut 'Washington Post' diesen Zuschlag "einen ungeheuerlichen Missbrauch" des Beschaffungsprozesses und dies zusätzlich mit einem Vertrag, der "geheim gehalten" wurde. Rean Clouds enge Beziehung zu AWS habe einen Interessenkonflikt verursacht, so die Beschwerde.
 
Das Pentagon selbst widersprach vehement. Und ein Rean-Vertreter sagte, der 950-Millionen-Dollar-Zuschlag sei nicht für AWS. Das Pentagon könne den Cloud-Provider nach wie vor frei wählen.
 
Dennoch macht das Pentagon nun ein Rückzieher: Der Zuschlag an Rean Cloud wurde von 950 Millionen Dollar auf 65 Millionen Dollar gekürzt, der Projekt-Scope viel enger gefasst. (mag)