Gibt’s zur Malware bald auch Malcars?

Natürlich gibt es auch ohne "Malcars" schon genügend Verkehrsstaus. Foto: Marcos Silva.
Manipulierte Autos können Verkehrssteuerungssysteme austricksen.
 
Forscher der University of Michigan haben gezeigt (Youtoube-Video), dass man mit "böswilligen" Autos smarte Systeme zur Verkehrssteuerung in Städten austricksen, und beispielsweise Staus provozieren könnte.
 
Das Team konnte dies mit einem Angriff auf ein System namens Intelligent Traffic Signal System (I-SIG) demonstrieren, das Lichtsignale an Kreuzungen steuert. Dieses wird in US-Städten wie New York oder Tampa bereits stellenweise verwendet. Eigentlich soll es anhand von Positions- und Tempomeldungen von Autos, die mit dem Internet verbunden sind, das Verkehrsaufkommen in Realzeit abschätzen. Heute ist beinahe jedes neu produzierte Auto so ein "Connected Vehicle".
 
Aufgrund der Verkehrsschätzung steuert I-SIG die Ampeln und kann so den Verkehrsfluss, verglichen mit einer statischen Zeitsteuerung, beschleunigen. Das Problem ist, so die Forscher, dass das System sehr verwundbar ist für "Data Spoofing": Ein Auto kann so manipuliert werden, dass es gefälschte Signale aussendet. Das System habe keine Schutzmechanismen, um diese als Fälschung zu erkennen.
 
Laut den Forschern kann also ein Auto in der Nähe einer Kreuzung geparkt werden, und sich beim Steuerungssystem immer wieder in schneller Folge als anderes vorbeikommendes Fahrzeug ausgeben. Das System verlängert daraufhin die Rotzeiten für Fahrzeige aus anderen Richtungen, und schon kann ein kleiner Stau entstehen.
 
Mehr als einen kleinen Stau kann man mit der vorliegenden Angriffsmethode (PDF) wohl nicht auslösen. Aber sie könnte verbessert werden. Und eine echte Bedrohung könnte Fahrzeug-Malware sein, die sich in der Art eines Wurms von Auto zu Auto weiterverbreitet, so dass ein Verkehrsleitsystem in einer "Smart City" plötzlich mit gefälschten Positionsmeldungen von Tausenden von Autos konfrontiert würde. (hjm)