250'000 Franken Budget für E-Voting-Härtetest sind vorhanden

Entweder ein hochsicheres E-Voting oder gar keines, das wollen nationale Parlamentarier rund um FDP-Nationalrat Marcel Dobler erreichen.
 
Um die Sicherheit auf den Prüfstand zu stellen, forderte er in einer Motion, der Bund solle White-Hat-Hackern zwischen 250'000 und einer Million Franken Prämie in Aussicht stellen, falls sie eines der Schweizer E-Voting-Systeme hacken könnten. Der Penetrationstest solle parallel zu zwei Abstimmungen stattfinden, so eine weitere Forderung. Und das Ganze solle mit einem öffentlich zugänglichen Bericht abgeschlossen werden.
 
"Der Bundesrat unterstützt die Stossrichtung der Motion" hiess es als erste Reaktion. Die Regierung hatte nur Differenzen in zwei weniger wichtigen Punkten.

Und nun zieht Dobler seine Motion zurück. "Der Bundesrat stellt für den Härtetest 250'000 Franken bereit und er bezieht die Kompetenzstellen ein. Damit sind wichtige Forderungen teilweise erfüllt", so der Nationalrat. Das gesprochene Geld ist allerdings nicht ein Preisgeld für Hacker, sondern fliesst in die Vorbereitung und Organisation der Tests und es werden teilweise die Kantone und Systembetreiber damit entschädigt, präzisiert die Bundeskanzlei.
 
Die Resultate der Intrusionstests werden wie gefordert publiziert werden, bestätigt Dobler auf Anfrage von inside-it.ch. Nun liegt der Ball bei der Bundeskanzlei, welche für Fragen der Sicherheit verantwortlich ist.
 
Die Kantone können Systeme beschaffen, welche diese Vorgaben erfüllen, aktuell sind dies Lösungen der Post und des Kantons Genf. Mit diesen, so der Bundesrat, sollen die "Modalitäten eines öffentlichen Intrusionstests in Zusammenarbeit mit den Kantonen sorgfältig" nun abgeklärt werden. Aber abgeschlossen ist das Thema sicheres E-Voting natürlich nicht. (Marcel Gamma)
 
Update (9.3.2018): Der Artikel wurde um die Aussagen der Bundeskanzlei ergänzt.