Zehn Emmentaler Gemeinden testen eBau auf Herz und Nieren

Mit "eBau" wird im Kanton Bern - wie auch in anderen Kantonen - das Baubewilligungsverfahren digitalisiert: Sowohl Bauherren wie auch Planer sollen Baugesuche künftig elektronisch bei der Gemeinde einreichen können. Nun geht es voran. Ein Pilotbetrieb soll in zehn Emmentaler Gemeinden starten und, wenn alles plangemäss läuft, stösst Ende 2018 der Rest des Kantons Bern zu den Pionieren.
 
Zur Projektgruppe eBau gehören auch Architekten, Direktions- und Behördenmitglieder, Vertreter des Verbands Bernischer Gemeinden und der Wirtschaft. Entsprechend sei die Akzeptanz des Projekts hoch.
 
In einer ersten Phase sind noch nicht alle Prozessphasen durchgehend digitalisiert, es fehlen noch gesetzliche Grundlagen dazu. Bis dahin sind noch handschriftliche Unterschriften nötig und der Bauentscheid werde "klassisch" per Post eröffnet.
 
Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass ab 2020 Baubewilligungen im Kanton Bern durchgängig und nur noch elektronisch abgewickelt werden können.
 
Projektziel ist es laut 'Berner Wirtschaft' (PDF), eBau bis 2020 soweit zu entwickeln, dass es notwendige Informationen für eine Baubewilligung erkenne und diese soweit möglich automatisch ausfülle. Das umfasse grundstückbezogene Daten oder Statistikwerte für das Gebäude- und Wohnungsregister.
 
Das zu bewältigende Mengengerüst: 20'000 Baugesuche und 350'000 Postsendungen mit rund 28 Millionen Seiten Papier pro Jahr. Ist alles digitalisiert, so gehen die Berner Behörden von Einsparungen von rund 3,5 Millionen Franken pro Jahr aus.
 
Nach einer ersten Konzept- und Evaluationsphase, die 2015 begann, hatte Adfinis SyGroup 2017 den Zuschlag mit der Lösung CAMAC suisse erhalten. Diese wird nun von neun Kantonen gemeinsam eingesetzt und verwaltet. (mag)