UBS Asset Management hat einen Robo-Advisor für alle

Aufbauend auf einer eigenen, existierenden Lösung kommt die Bank mit einem White-Label-Angebot auf den Markt.
 
Obwohl zuletzt eine Studie noch viel Skepsis in Sachen digitalisierter Beratungsprozesse und Kundendienst bei Banken und Versicherungen äusserte, geht die UBS nun genau in diesem Umfeld den nächsten Schritt. Was seit 2015 im Private Banking mit "UBS Advice" schon möglich ist, soll ab sofort in ähnlicher Form mit der Plattform "UBS Partner" auch im Fonds-Management Einzug halten.
 
UBS Partner soll täglich Millionen von Kundenportfolios analysieren und mit den gewünschten Zielen abgleichen können. Gemäss einer Mitteilung der UBS-Asset-Management-Sparte handelt es sich um eine Cloud-basierte White-Label-Lösung, die auch andere einsetzen sollen.
 
Deren Einführung laufe derzeit bei der italienischen Banca Generali, weitere Banken sollen folgen, Verhandlungen würden bereits geführt.
 
Zum Einsatz kommen intern schon genutzte technische Lösungen und Prozesse, deren Tools und Analytik für die neuen Aufgaben angepasst wurden. Auf Anfrage teilt die UBS mit, dass die Plattform auf der Technologie und den Prozessen basiert, die man im Wealth Management bereits benutzt. "Wir haben sie weiterentwickelt, um eine einfache Integration bei Drittbanken sowie eine effiziente Skalierbarkeit mit unserem Cloud Partner (Microsoft Azure) zu ermöglichen". Es handle sich um eine komplett offene Architektur, so dass die Technologie Inhalte wie etwa die Strategic Asset Allocation und Produktpalette von der Drittbank übernimmt, so die Grossbank.
 
"Drastischer Wandel"
Bei der UBS spricht man von einem "drastischen Wandel" in der Beratung und beim Kundendienst. Hingewiesen sei hier nur auf den früher schon als unaufhaltbar beschriebenen Wandel im Wealth Management. Deshalb übernehme es die neue Plattform, Kundenportfolios täglich zu scannen und im Hinblick auf die jeweiligen Risikoprofile zu bewerten. Im Fokus stehen dabei die "wesentlichen Qualitätskriterien für das jeweilige Instrument sowie die Anlageziele". Werde ein "Portfolio ermittelt, das nicht in Einklang mit den persönlichen finanziellen Zielen des jeweiligen Kunden steht, erstellt UBS Partner massgeschneiderte und umsetzbare Anlageempfehlungen, um es so schnell wie möglich wieder auf den richtigen Kurs zu bringen", verspricht die Grossbank.
 
Dass eine solche Plattform nötig ist, wird mit dem immer komplexeren aufsichtsrechtlichen Umfeld begründet. Statt in Formalitäten zu ertrinken, würde den Bankberatern mit UBS Partner mehr Zeit für die Kundenpflege und den Ausbau ihrer Kundenbasis eröffnet.

'Finews' meint, die Grossbank schlage mit dem Werkzeug zur Ausbalancierung der Kundenportfolios mehrere Fliegen mit einer Klappe. Ihre Fondssparte beschleunige den Wandel vom Finanzprodukte- zum Anlagelösungs-Anbieter und mache damit einen Transformationsschritt, der die ganze Branche erfasst habe.
 
Dann grabe die UBS den Robo-Advisor-Anbietern das Wasser ab, die ebenfalls mit automatischer Risikoadjustierung werben. Hier kann man etwa auf die Banque CIC (Suisse) mit ihrer Plattform "Clevercircles" verweisen. Und schliesslich käme laut 'Finews' die UBS der "Plattform-Ökonomie" näher, wie sie sich in den Geschäftsmodellen von Amazon oder Alibaba zeigen, zumal die "schwer im Trend" seien. (vri)