Ruag und Bund entflechten sich

Aus dem Rüstungskonzern werden zwei Einheiten; die IT-Systeme sollen vollständig getrennt werden.
 
Der Bundesrat will die Schnittstellen zum bundesnahen Rüstungskonzern Ruag neu strukturieren. Ziel sei es, die Informatiksicherheit zu erhöhen und eine robustere, transparentere und kostenoptimierte Leistungserbringung für die Armee sicherzustellen, schreibt der Bundesrat. Jene Geschäftseinheiten, die fast ausschliesslich für die Schweizer Armee zuständig sind, sollen vom übrigen Konzern getrennt werden.
 
Mit den neuen zwei Geschäftsbereichen soll die Informatikinfrastruktur vollständig getrennt werden, was aus Sicht des Bundesrates die IT-Sicherheit erhöhe. Entstehen sollen die Unternehmen mit den Arbeitstiteln Ruag International und Ruag Schweiz. Erstere tätigt weltweit zivile und militärische Geschäfte und soll gemäss Mitteilung mit der neuen Struktur mehr Spielraum erhalten, sich auf dem internationalen Markt zu positionieren. Auch das Geschäftsfeld Cybersicherheit soll in der Gesellschaft Ruag International verbleiben, bestätigt eine Ruag-Sprecherin gegenüber inside-it.ch.
 
Ruag Schweiz erbringt Leistungen in Höhe von rund 400 Millionen Franken und betreut insbesondere die Systeme der hiesigen Armee.
 
Der Schritt sei aber keine Folge des 2016 bekanntgewordenen Cyber-Angriffs auf den Rüstungskonzern, sagt das VBS gegenüber der Nachrichtenagentur 'sda'. Ruag war zwischen Ende 2014 und Anfang 2016 Ziel eines Angriffs geworden. Die Indizien würden auf Wirtschaftsspionage hindeuten. (kjo)