Yourtaxi muss wegen fehlender Sicherheit Betrieb einstellen

Die im letzten Sommer von Zahangir Alam gestartete Schweizer Uber-Konkurrenz Yourtaxi hat den Betrieb eingestellt, wie einem Tweet zu entnehmen ist.
 
Das Unternehmen entschuldigt sich, sensible Daten im Internet frei zugänglich gemacht zu haben. Das sei nie beabsichtigt worden, heisst es weiter. Man werde nun alles daran setzen, "unser System gegen Angriffe gegen Aussen zu schützen". Zwar seien Kreditkarten-Informationen zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, aber Namen, E-Mail, Adressen und Ab- und Zielorte seien frei zugänglich gewesen.
 
Vorausgegangen war der Abschaltung der Dienste ein Bericht im 'Blick', der am gestrigen Ostermontag zur Einstellung des Online-Betriebs führte. Darin war aufgezeigt worden, dass diverse Daten der Taxinutzer im Netz landeten.
 
Wenn die App von Yourtaxi benutzt wurde, dann liessen sich auch "Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Profilfotos der Kunden" einsehen, hiess es. Laut dem Bericht sind dort auch Ausweise und Kontodaten der Yourtaxi-Fahrer abgelegt. Das Problem, es gab keinerlei Verschlüsselung. Webseite und App habe sich der Taxiunternehmer Zahangir Alam bei der indischen Firma Moon Technolabs aus Ahmedabad bauen lassen: "Einer Programmierfirma ohne Referenzen – und offensichtlich auch ohne jeglichen Sinn für Datensicherheit", wie der 'Blick' schrieb.
 
Dort liess sich Hannes Lubich mit der Aussage zitieren, dass es für Yourtaxi nun sehr teuer werden könnte. Der Professor am Institute für Mobile und Verteilte Systeme an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sagt: "Die Firma muss nicht nur die Webseite aktualisieren, sondern auch die App neu bauen. Das heisst aber auch, dass die Firma die Kunden dazu bringen muss, die App zu aktualisieren". Es gäbe "hier keine gute, schnelle Lösung, die nicht brutal viel Geld kostet", so Lubbich.
 
Derzeit ist der Dienst übers Web weiterhin nicht zu erreichen. (vri)