Wer Temenos bei der Fidessa-Übernahme in die Quere kommt

Der Westschweizer Bankensoftware-Anbieter Temenos erhält bei der geplanten Grossübernahme der britischen Softwareschmiede Fidessa wohl gewichtige Konkurrenz. Mit der Beteiligungsgesellschaft Ion Investment Group und dem US-Softwarehersteller SS&C Technologies sind zwei weitere Firmen interessiert.
 
Fidessa bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte unter anderem der 'Financial Times'.
 
Fidessa hatte bereits bekannt gegeben, es hätten sich zwei weitere Interessenten gemeldet. Namen wurden damals keine genannt. Es hiess lediglich, einer der beiden Interessenten ziehe eine Offerte mit einer Prämie von fünf Prozent zum Temenos-Angebot in Erwägung.
 
Konkret gehe es um ein Angebot von 38,3 Pfund pro Aktie. Nun heisst es, diese mögliche Offerte stamme von Ion. Von SS&C liege derzeit noch kein Vorschlag vor.
 
Temenos äussert sich nicht
Temenos hatte im Februar das Übernahmeangebot für Fidessa bekannt gegeben. Konkret boten die Westschweizer 36,467 Pfund pro Fidessa-Papier. Temenos wollte heute die neuste Entwicklung auf Anfrage von 'AWP' nicht weiter kommentieren.
 
Die Temenos-Papiere hatten am Vortag deutlich nachgegeben, weil Befürchtungen über ein teures Bieterverfahren aufkamen. Sie markierten im Handelsverlauf bei 104,00 Franken ein Jahrestief. Zum Vergleich: Ende Januar hatten die Papiere noch gut 144 Franken gekostet. Am Donnerstagnachmittag zeigen sich die Titel etwas fester (+1,1 Prozent auf 107,20 Franken).
 
Die in London gehandelten Fidessa-Papiere notieren derweil bei 40,7 Pfund und damit deutlich über dem von Temenos gebotenen und von Ion angedachten Preis.
 
Umsatzsprung dank Zukauf
Mit der angepeilten Übernahme von Fidessa setzte der Bankensoftware-Anbieter Temenos zu einem gewaltigen Sprung an. 2017 hätte das fusionierte Unternehmen einen Umsatz von 1,23 Milliarden Dollar erzielt, wobei Temenos 737 Millionen und Fidessa 496 Millionen beigesteuert hätten. (kjo/sda)