Googler bitten Google, nicht böse zu werden

Die 'New York Times' hat einen offenen Brief von Google-Angestellten an ihren Arbeitgeber veröffentlicht. "Wir arbeiten für Google. Unser Arbeitgeber sollte keine Geschäfte mit dem Krieg betreiben", so die Überschrift.
 
Der Brief wurde laut der Times von 3100 Google-Angestellten unterschrieben und richtet sich direkt an den CEO Sundar Pichai. Der konkrete Anlass ist das "Project Maven". Im Rahmen dieses Projekts entwickelt Google anscheinend zusammen mit dem Pentagon eine spezielle Bilderkennungs-Software. Sie soll zur Analyse von Bildern verwendet werden, die von Drohnen aufgenommen werden und beispielsweise Fahrzeuge und andere Objekte erkennen und ihre Bewegungen verfolgen können.
 
Googles Cloud-Chefin Diane Green hatte anscheinend intern geäusserte Bedenken zu dem Projekt mit dem Argument zu beschwichtigen versucht, dass die Technologie nicht dazu verwendet werde, um Drohnen zu steuern oder Waffen abzufeuern. Das lassen die Unterzeichner aber nicht gelten. Die Software, so ihr Argument, könne nach ihrer Ablieferung auch leicht für solche Zwecke umfunktioniert werden. Moralische Verantwortung lasse sich nicht auslagern.
 
Das Projekt widerspreche den moralischen Kernwerten von Google. Damit beziehen sie sich unter anderem auf das berühmte Motto "Don't be evil", das Google einst im Jahr 2000 in seine Unternehmensverhaltensregeln schrieb. Für das 2015 gegründete Holdingunternehmen Alphabet wurde das Motto zwar in das zweideutigere "Do the right thing" abgeändert, aber für Google selbst steht das Motto weiterhin in den Statuten.
 
Das Projekt gefährde die Reputation und das Image von Google und das Vertrauen der User. Die Verfasser des Briefs fordern, dass Google das Projekt Maven sofort stoppt. Ausserdem solle ein klarer Grundsatz verfasst werden, der besagt, dass weder Google noch von Google beauftragte Unternehmen je Technologie für Kriegszwecke entwickeln. (hjm)