Microsoft stellt IoT ins Rampenlicht

In den kommenden vier Jahren will Microsoft bis zu fünf Milliarden US-Dollar in das Internet der Dinge investieren. Die Redmonder hätten sich bereits mit dem Thema beschäftigt, bevor der Begriff "IoT" geprägt worden sei. Viele Daten von Unternehmen, respektive deren Geräte, lagen da noch völlig im dunkeln, schreibt Julia White, Corporate Vice President Microsoft Azure. Heute biete man ein IoT-Lösungsportfolio an, das Plattform, Cloud, Betriebssystem und Geräte umfasst.
 
Nun sollen die Investitionen intensiviert werden, so dass jeder Kunde vernetzte Lösungen erstellen könne – unabhängig von Grösse, Expertise, Branche und Budget. Die Gelder werden gemäss Blogeintrag in die Weiterentwicklung der Plattform sowie in Forschung und Entwicklung fliessen. Ausserdem wolle Microsoft neue Tools und Services für Entwickler auf den Markt bringen und die Channel-Landschaft im IoT-Bereich ausbauen.
 
'The Register' rechnet jedoch vor, dass Microsoft vergangenes Jahr insgesamt 13 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung (R&D) gesteckt hat und 2016 zwölf Milliarden Dollar. Damit seien fünf Milliarden Dollar über vier Jahre weniger als zehn Prozent der R&D-Ausgaben. Die Ankündigung der Redmonder sei also "Business as usual", glauben die Kollegen des 'Registers'. Geld, das Microsoft ohnehin investieren müsse, um den Anschluss nicht zu verlieren. Wie viel Geld das Unternehmen bis anhin in den Bereich IoT gesteckt hat, ist ebenso unbekannt wie die Frage unbeantwortet ist, welche Bereiche nun eine geringere Priorität haben, um den IoT-Fokus zu ermöglichen.
 
Die Ankündigung kommt im Vorfeld der Hannover Messe, die Ende April stattfindet. Dort ist Microsoft vor Ort und kündigt einen Fokus auf Intelligent Edge, Cloud und die intelligente Fertigung an. Bei der kürzlich angekündigte Reorganisation des Konzerns war das Thema Intelligence Edge ebenfalls ein Thema, insbesondere im Zusammenhang mit Cloud und KI – Computing von der Cloud bis zu den Rändern solle leistungsfähiger werden, hiess es.
 
Im Blogeintrag verweist Microsoft-Managerin White auf eine Prognose des Unternehmensberaters A.T. Kearny. Dieser geht davon aus, dass das IoT-Business bis 2020 zu einer weltweiten Produktivitätssteigerung von 1,9 Billionen Dollar und einer Senkung der Kosten um 177 Milliarden Dollar führen wird. Die Auswirkungen sollen allgegenwärtig sein, glauben die Redmonder, von vernetzten Häusern und Autos über Hersteller bis hin zu intelligenten Städten und Versorgungsunternehmen. (kjo)