Elon Musk: "Wir haben übertrieben viel automatisiert"

Elon Musk im Interview (Screenshot von 'CBS-News')
Elon Musk gilt als eine der Leuchttürme der Tech-Branche und doch hat er Angst vor autonomen Waffensystemen. Er gilt als Pionier der Autoindustrie. Doch nun entdeckt er die Grenzen der Automatisierung und den Wert von Menschen in seinen eigenen Fabriken.
 
Bei einer Führung durch eine Tesla-Fabrik sagte er dem TV-Sender 'CBS', die Produktionsverzögerungen mit dem neuen Tesla Modell 3 seien auch technologisch begründet. Die Produktionsanlagen seien, so Musk, "übertrieben automatisiert" gewesen. Der Moderator fragte nach: "In einigen Fällen verlangsamten die Roboter die Produktion sogar? Richtig?" "Ja, das haben sie. Wir hatten dieses verrückte, komplexe Netz von Produktionsbändern, und es hat nicht funktioniert, also mussten wir das Ganze loswerden", sagte Musk. Und später fügte der Tesla-Boss an: "Übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen werden unterschätzt."
 
Aber auch die Technologie, die im Modell 3 steckt, stellt den Autohersteller vor Probleme: "Wir waren selbstgefällig bei einigen Dingen, die wir für unsere Kerntechnologie hielten. Wir haben zu viel neue Technologie in das Modell 3 auf einmal eingebaut. Das hätte man etappieren sollen", sagte er.
 
Zur gleichen Zeit erhält Tesla nicht nur wegen der Lieferprobleme negative Publicity, sondern auch wegen einem tödlichen Unfall eines seiner Modell X SUVs. Der Besitzer des Autos – übrigens ein Software-Entwickler von Apple – war im Autopilot-Modus tödlich verunfallt, weil er laut einem Blogpost von Tesla Warnmeldungen ignoriert hatte.
 
Seither haben Tesla und Musk Streit mit dem US National Transportation Safety Board und es wird ihnen vorgeworfen, Probleme vor der Öffentlichkeit verbergen zu wollen. Musk selbst sagt gegenüber 'CBS', der Tesla-Autopilot "wird nie perfekt sein". (mag)