Die IPv4-Adressen gehen aus - diesmal wirklich

Die Entwicklung des IPv4-Adresspools von RIPE in den letzten 36 Monaten. (Source: RIPE)
Der Internet-Registrar für Europa, RIPE NCC, hat den letzten "/8"-Block an IPv4-Adressen vergeben. Damit neigen sich die verfügbaren IPv4-Adressen zu Ende.
 
Es ist nicht das erste Mal, dass berichtet wird, dass die IPv4-Adressen knapp werden. So schrieb inside-it.ch bereits im Jahr 2011, dass das Bier zwar noch nicht aus ist, die letzten Fässer aber angezapft sind.
 
Erstmals liegt nun der Gesamtbestand der nicht zugeteilten europäischen IPv4-Adressen unter zehn Millionen, wie die Grafik (oben) von RIPE zeigt. Den mit 185 beginnenden, letzten /8-Block erhielt RIPE im Jahr 2011. Aus einem /8-Block können theoretisch rund 16,8 Millionen IP-Adressen zugeteilt werden. Der 185/8-Block, in der Grafik dunkelgrün, wurde von RIPE in kleinen Paketen an die europäischen Provider verteilt.
 
Der Registrar weist aber darauf hin, dass es noch immer über neun Millionen verfügbare IPv4-Adressen gibt. Dabei handelt es sich um die "Resteverwertung". Es ist ein Pool, in der Grafik grün, von Adressen die an RIPE zurückgegeben wurden oder erhalten werden, wenn ein ISP schliesst. In türkiser Farbe sind die 820'000 IPv4-Adressen angezeigt, die reserviert sind.
 
Der Umstieg auf IPv6 ist somit unausweichlich, doch dieser geht nur langsam voran. In der Schweiz liegt die IPv6-Adaption laut einer kontinuierlich von Google geführten Statistik aktuell bei rund 27 Prozent, weltweit liegt sie bei knapp 20 Prozent. (kjo)