SAPs Cloudgeschäft knackt die Milliardenmarke

Europas grösster Softwarehersteller SAP ist dank besser laufendem Cloud-Geschäfte gut ins Jahr gestartet. Sorge bereitet den Walldorfern allerdings der starke Euro.
 
In den ersten drei Monaten setzte der Konzern rund 5,26 Milliarden Euro um und damit etwas weniger als vor einem Jahr. Ohne Umrechnungseffekte infolge des starken Euro wäre der Erlös um neun Prozent gestiegen, wie das teuerste börsennotierte Unternehmen Deutschlands mitteilte. Die Cloud- und Softwareerlöse machten 4,35 Milliarden Euro davon aus. "SAP ist exakt dort, wo wir hin wollten", sagte Konzernchef Bill McDermott an der heutigen Presse-Telefonkonferenz.
 
Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis ist um 14 Prozent auf knapp 1,24 Milliarden Euro gestiegen.
 
Wachstum mit der Cloud, Einbussen bei den Lizenzen
Ein Umsatztreiber war das Cloud-Geschäft. Wie SAP mitteilt wuchs das Geschäft mit Cloud-Subskriptionen und -Support währungsbereinigt um 31 Prozent und erreichte ein Volumen von 1,07 Milliarden Euro. Damit knackte das Geschäft das erste Mal die Milliardengrenze.
 
Zum Wachstum trugen hier auch Zukäufe bei. So hat SAP etwa kürzlich das auf Kunden-Management spezialisierte SaaS-Unternehmen Callidus für 2,4 Milliarden Dollar gekauft.
 
"Wir sind stärker als Workday gewachsen, viel stärker als Salesforce und viel stärker als Oracle", erklärte CEO Bill McDermott. Man wolle eine Schlüsselposition im CRM-Markt übernehmen, so seine Kampfansage Richtung Salesforce und Co.
 
Im Gegenzug zum wachsenden Cloud-Business gab das Lizenzgeschäft um zwei Prozent nach und brachte SAP noch 625 Millionen Euro ein. Dies entspreche den Prognosen von SAP, beschwichtigte der Konzernchef.
 
S4/Hana und viele Ausgaben…
Die Zahl der S/4Hana-Kunden sei gegenüber der Vorjahresperiode um 43 Prozent gestiegen und belaufe sich nun auf rund 8300 Kunden. 400 Kunden hätten sich im ersten Quartal für das Produkt entschieden, schreibt
SAP und nennt als einen Kunden die Schweizerische Post. Man schaue hier vorwärts und erwarte nach einer Phase mit vielen kleineren Aufträgen und Proof-of-Concepts künftig grössere Projekte, so McDermott selbstsicher.
 
SAP hat über Quartale viel investiert, vor allem auch im Cloud-Geschäft. Über das letzte Jahr hat der Konzern rund 5000 Mitarbeiter eingestellt und zählt mittlerweile über 91'000 Beschäftigte. SAP-Finanzchef Luka Mucic erklärte an der Telefonkonferenz, dass man mit weniger Ausgaben rechnet und auch das Tempo der Einstellungen nicht so weitergehe.
 
Wegen der Übernahme des kalifornischen Unternehmens Callidus erhöhte SAP die Prognosen für den Umsatz im laufenden Jahr, obwohl das Unternehmen mit einem etwas stärkeren Gegenwind durch den starken Euro rechnet als zuletzt. Im laufenden Jahr sollen die Erlöse zwischen 24,6 und 25,1 Milliarden Euro betragen. (sda/ts)