S/4HANA: Schmerz und Hoffnung

Swiscom hat 42 IT- und SAP-Verantwortliche von mittelgrossen Schweizer Firmen durch das deutsche Marktforschungsunternehmen PAC zu ihren Plänen bezüglich S/4HANA befragen lassen. Herausgekommen ist eine durchaus aussagekräftige Studie.

 
SAP wird bekanntlich die Wartung für die vorletzte Version der Business-Software-Familie, SAP ECC, per 2025 einstellen. Dies zwingt Firmen, die die Lösung aus Walldorf einsetzen, sich mit der Migration auf die neueste Generation S/4HANA zu befassen. Doch ist es nicht alleine Zwang, denn die von PAC befragten SAP-User sehen auch Vorteile. Denn S/4HANA hat eine neue, einfachere Bedienungsoberfläche (Fiori) und setzt auf der enorm schnellen In-Memory-Datenbank HANA auf.
 
Fast alle Schweizer Firmen haben sich mit S/4HANA befasst, wie die Umfrage zeigte. 20 Prozent nutzen die neue Generation oder führen sie zur Zeit ein und 17 Prozent planen das Migrationsprojekt.
 
Mehr zu den mit Migrationsprojekten verbundenen Pains, Hoffnungen und Kosten finden Sie auf den nächsten Seiten dieser Bildstrecke.
 
Info: Die ganze Studie kann hier angefordert werden.

Die Pains
Die meisten der von PAC befragten SAP-Kunden nutzen heute SAP ECC oder die "gute alte" Version R/3. Aber schon etwa ein Viertel der Befragten setzt die neue In-Memory-Datenbank HANA ein, meistens für das Datawarehouse BW.

 
Was sind die "Pains" der SAP-User? Die Antworten überraschen nicht. Die (mangelnde) Flexibilität des Systems, Bedienbarkeit und die Vereinbarkeit der Systeme mit Geschäftsprozessen stehen zuoberst auf der Liste der "Herausforderungen" der SAP-Anwender.

Die Hoffnungen
Passend zur vorhergehenden Frage nach den Herausforderungen sind die Erwartungen der SAP-User an S/4HANA. Zuoberst steht ein Vorteil, der mit der Datenbank zu tun hat: Man hofft, Prozesse und Datenanalysen schneller abwickeln zu können. Zweitens hofft man, dass die bestehenden, SAP-gestützten Prozesse verbessert werden. SAP hat bekanntlich alle Prozesse in S/4HANA neu abgebildet. Und drittens hofft man auf ein "menschlicheres" System mit Fiori.

Was kostet es?
Wieviel darf ein S/4HANA-Projekt kosten? Leider getraute sich PAC nicht, nach absoluten Zahlen zu fragen (und hätte wohl auch nicht viele Antworten bekommen). Doch immerhin wissen wir nun, dass ein S/4HANA-Projekt bei fast zwei Dritteln der User gleich viel oder weniger kosten wird, als das ursprüngliche SAP-Projekt. Und nur 13 Prozent der befragten Anwender rechnen mit höheren Kosten.

Die Mehrheit will On-Premises und das im eigenen RZ
Erstaunlich gering ist die Zahl der Anwender, die eine Cloud-Version von S/4HANA einführen wollen. 68 Prozent wollen SAP lokal betreiben und von diesen wollen 65 Prozent die Lösung selbst betreiben. Gemäss PAC betreiben heute 67 Prozent der Schweizer Firmen ihre SAP-Software selbst. Immerhin ein Drittel wollen ihr SAP-System aber in einer "Private Cloud" betreiben, sie also in virtualisierte Server eines Dienstleisters auslagern.

 
Weitere Sourcing-Modelle sind SAP-Outsourcing und SAP-Outtasking. Die Summe beträgt über 100 Prozent, weil viele Unternehmen mehrere Sourcing-Modelle haben.

Was Partner können müssen
PAC untersuchte eine Reihe von weiteren Fragen, die in der Studie beantwortet werden. So wird nach Einführungsszenarien gefragt, ob man alle oder nur einen Teil der bestehenden Systeme migrieren will, wie man migriert (in einem oder in mehreren Tagen) und ob man bereits Lizenzen hat.

 
Weiter fragte der Marktforscher, ob man einen Partner einbeziehen will und was dieser können muss. Die zwei wichtigsten Kriterien: Er muss Referenzen vorzeigen können und für S/4HANA zertifizierte Berater beschäftigen. (hc)