Wie gross ist das ROI bei Digitalisierungs-Projekten?

Return on Investment "Leader" vs. "Follower". Source: World Economic Forum, 2018
Was Unternehmen bei der Digitalisierung beachten müssen und wie gross das Return on Investment ist, hat das WEF untersucht.
 
Lohnen sich Investitionen in die Digitalisierung? Im breiten Schnitt Ja, so das Ergebnis einer Studie des Weltwirtschaftsforum (WEF). Aber es gibt Unterschiede zwischen den Branchen und es zeigt sich ausserdem, dass die produktivsten Firmen am meisten von ihren Investitionen in digitale Technologien profitieren. Auch umsatzstärkere Firmen haben einen grösseren Return of Investment (ROI), wenn sie Digitalisierungsprojekte angehen.
 
Gemeinsam mit Accenture untersuchte das WEF, wie sich Investitionen in Robotik, das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Soziale Medien auf den Gewinn der Unternehmen auswirkt. Für jeden Dollar, der pro Mitarbeiter in mehrere neue Technologien investiert wird, holen führende Unternehmen 1,7 Dollar pro Mitarbeiter wieder heraus. Bei den "Followern" sind es immerhin noch 1,3 Dollar.
 
Gerade für die Branchenführer würden sich Investitionen in Robotics lohnen sowie auch in die Bereiche Mobile und Social Media. Bei den Nicht-Branchenführern würden Investitionen in das IoT und "kognitive" Technologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics oder Natural Language Processing eher auszahlen (Siehe Grafik oben). Laut WEF lohnt es sich, in mehrere Bereiche gleichzeitig zu investieren: Die Produktivitätssteigerung sei dreimal so hoch, wenn mehrere neue Technologien kombinierte werden.
 
Die Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung des WEFs gemeinsam mit Accenture von 16'000 Unternehmen in den Jahren 2015 und 2016. Bis 2020 werden die Investitionen von Unternehmen in digitale Technologien jährlich um 13 Prozent wachsen, so eine Schätzung des Marktforschers IDC. Die Konzerne erhoffen sich einerseits mehr Effizienz im bestehenden Business und andererseits, dass sie neue Business-Modelle generieren können.
 
Auf was müssen Unternehmen achten?
Das WEF geht auch auf eine Reihe von Faktoren, "Enablers", ein, die den Effekt eines Investments maximieren würden.
 
Wichtig sei die Führung. Sie müsse agil und Technologie-affin sein, eine klare Vision haben und konsequent umgesetzt werden. "Digitalisierung" heisse nicht, hier und da kleine Veränderungen umzusetzen. Es brauche einen Kulturwechsel in der Firma und zwar über die gesamte Hierarchie-Ebenen hinweg.
 
Manager müssten sich ausserdem bewusst machen, welche Skills sie künftig in ihrem Unternehmen benötigen, ihre Angestellten entsprechend aus- und weiterbilden und neue Talente einstellen. 64 Prozent der Unternehmen würden nicht über die richtigen Mitarbeitenden verfügen, um ihre Digitalisierung voranzutreiben, zitiert das WEF eine Studie der Universität München. Zu verstehen, welche Skills nötig sind und das entsprechende Know-how im Unternehmen aufzubauen, sei ein Prozess, der gut geplant und konsequent umgesetzt werden müsse.
 
Als weiteren "Enabler" nennt die Studie Kollaboration innerhalb und auch ausserhalb der bekannten Wertschöpfungskette. Unternehmen müssten mit Herstellern, Distributoren oder Kunden zusammenarbeiten, aber auch mit neuen Playern, wie Startups oder der Forschung. Die erfolgreichsten digitalen Unternehmen sind diejenigen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten jenseits ihrer eigenen Kernkompetenzen am besten nutzen können, heisst es weiter.
 
Das volle Potenzial des IoT könne nur mit einer robusten Daten-Infrastruktur, Analytics und guten Kommunikationstools ausgeschöpft werden. Die richtige IT-Infrastruktur, insbesondere mit Fokus auf Cloud-Security und -Interoperabilität, seien weitere – selbstverständliche – Voraussetzung. (kjo)