UPC bleibt in den Händen von Liberty Global

UPC Schweiz wird von Liberty Global nicht verkauft.
Der Megadeal zwischen Vodafone und Liberty Global betrifft die Schweizer Tochter nicht. Zum Jahresstart verbucht UPC hierzulande einen Umsatzrückgang.
 
In der Telekombranche kommt es zu einem Milliardendeal: Der Mobilfunkriese Vodafone will grosse Teile des Breitbandanbieters Liberty Global kaufen. Der Deal beläuft sich auf 18,4 Milliarden Euro.
 
Die Schweizer Liberty-Tochter UPC ist nicht von der Transaktion betroffen. "Auf das Schweizer Geschäft, die Mitarbeitenden und die Kunden von UPC Schweiz hat dieser Verkauf keine Auswirkungen", erklärte UPC-Sprecher Bernard Strapp auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'.
 
Der UPC-Mutterkonzern Liberty Global verkauft dagegen den deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia sowie die Geschäfte in Ungarn, Tschechien und Rumänien. An seinen Gesellschaften in Polen und der Slowakei hält der US-Konzern fest. Diese gehören wie die Schweiz zum Zentraleuropa-Business von Liberty, deren Chef UPC-CEO Eric Tveter ist. Er bleibt gemäss Unternehmenssprecher an Bord.
 
Daneben hält Liberty auch am Geschäft in Belgien, Grossbritannien, Irland sowie am 50-Prozent-Gemeinschaftsunternehmen in den Niederlanden fest. Insgesamt erreicht Liberty damit künftig in sieben europäischen Ländern noch 28 Millionen Haushalte. Derzeit sind es über 45 Millionen Haushalte.
 
Der Deal muss noch von den üblichen Behörden, inklusive der Europäischen Kommission abgesegnet werden. Vodafone geht von einem Abschuss im Sommer 2019 aus, wie es in der Mitteilung heisst.
 
UPC sieht gute Ausgangslage
Die hohen Investitionen von Liberty Global in den Schweizer Markt würden den grossen Stellenwert, den das Schweizer Geschäft für Liberty Global habe, unterstreichen. "Wir haben auch dank diesen hohen Investitionen eine sehr gute Ausgangslage für die Zukunft", sagt Strapp.
 
Strapp nennt etwa das landesweite Breitbandnetz, das extrem leistungsfähig sei, oder den Sportsender 'MySports', der die Übertragungsrechte für die Schweizer Eishockeymeisterschaft besitzt. Zudem hat UPC einen Deal mit Swisscom über die Mitbenutzung von deren Mobilfunknetz geschlossen.
 
Umsatzrückgang zum Jahresstart
Ins neue Jahr ist UPC
Eric Tveter ist CEO der Central Europe Group von Liberty.
jedoch mit einer Umsatzeinbusse gestartet. Die Einnahmen verringerten sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 327 Millionen Franken. Den intensiven Wettbewerb im Schweizer Markt bekomme auch UPC zu spüren, erklärte Tveter in einer Mitteilung.
 
Weniger Privatkunden, mehr Umsatz im B2B-Bereich
Die Entwicklung der Kundenzahlen war im ersten Quartal mit Ausnahme des Mobilfunkbereichs rückläufig. So nahm die Zahl der Kunden im TV-Geschäft gegenüber Ende 2017 ab. Auch im Bereich Breitbandinternet und Telefonie weist UPC weniger Kunden aus.
 
Im Mobilfunk hingegen legt die Anzahl der Kunden leicht zu. Auch die Abonnentenzahl von rund 50'000 beim Sportsender 'MySports' sieht das Unternehmen als Erfolg.
 
Zufrieden zeigt sich UPC auch mit der Entwicklung bei den Geschäftskunden, wo der Umsatz im Vorjahresvergleich um knapp 13 Prozent zulegte. Das seit "mehreren Quartalen anhaltende überdurchschnittliche Wachstum" habe man auch im ersten Quartal 2018 fortsetzen können, schreibt der Konzern. Als neue Grosskunden nennt UPC Pro Infirmis und TUI Schweiz. Auch die Zusammenarbeit mit der Thurgauer Kantonalbank (TBK) sei verlängert und ausgebaut worden. Künftig biete UPC Business, neben WAN, auch LAN, WLAN und Security als Managed Services für die TKB. (kjo/sda)