US-Sanktionen: ZTE stellt gewichtige Aktivitäten ein

Der chinesische Hersteller ZTE ist aufgrund von US-Sanktionen in eine schwere Krise geraten. Infolge einer Strafe des US-Handelsministeriums seien "grosse Teile der operativen Tätigkeiten" eingestellt worden. Dies teilte das Unternehmen mit.
 
Das genaue Ausmass der Geschäftsunterbrechung bei ZTE ist aktuell nicht ganz klar, wie das 'Wall Street Journal' schreibt. Eine entsprechende Anfrage sei unbeantwortet geblieben. ZTE ist in unterschiedlichen Bereichen tätig: Unterhaltungselektronik, Cloud Computing, Telekom-Infrastruktur.
 
Aufgrund der Sanktionen dürfen amerikanische Unternehmen keine Güter mehr exportieren, die für ZTE bestimmt sind. Die US-Regierung kündigte dies im April an. ZTE ist aber auf US-Produkte angewiesen – darunter etwa Qualcomm-Chips, die in den Smartphones stecken. Laut 'Reuters' stammen rund 25 bis 30 Prozent der Komponenten der ZTE-Produkte aus den USA. Nun kann der Hersteller offenbar Teile seiner Produktion nicht mehr aufrecht erhalten.
 
Die Strafe für ZTE geht auf Lieferungen von Telekom-Ausrüstung an den Iran und nach Nordkorea zurück. Mit diesen habe der Konzern die Handelssanktionen gegen diese Länder unterlaufen. Anschliessend gab es eine Einigung, darunter eine hohe Geldbusse für ZTE, doch machte das US-Handelsministerium dann allerdings geltend, ZTE habe bei den damaligen Verhandlungen und danach falsche Angaben gemacht.
 
Weiter teilte ZTE mit, man sei in Gesprächen mit den zuständigen US-Behörden und um ein rasches, positives Ergebnis bemüht. Der Fall von ZTE hatte zusätzliches Öl ins Feuer des aktuellen Handelsstreits zwischen Washington und Peking gegossen. (sda/kjo)