Investor Icahn setzt sich durch: Xerox-Fujifilm-Deal geplatzt

Im Kampf gegen die vereinbarte Übernahme des schwächelnden US-Druckerherstellers Xerox durch Japans Fujifilm haben sich die US-Investoren Carl Icahn und Darwin Deason durchgesetzt. Xerox teilte gestern mit, die Pläne mit Fujifilm zu beenden.
 
Stattdessen habe man mit Icahn und Deason eine Übereinkunft erzielt. Wahrscheinlich werde Xerox nun über ein Bieterverfahren verkauft. Zudem tauscht Xerox fünf Mitglieder der Führungsmannschaft aus. Konzernchef Jeff Jacobson trete zurück, sein Nachfolger werde John Visentin. Der Vorstand werde umgehend die neue Strategie des Konzerns beraten.
 
Der neue Xerox-Chef Visentin war ab den 1980er Jahren lange bei IBM und später bei HPE tätig. Er gehört dem Verwaltungsrat mehrerer US-Tech-Konzerne an und ist laut seinem LinkeIn-Profil auch als Berater tätig.
 
Im Januar hatten Xerox und Fujifilm beschlossen, dass der US-Druckerhersteller bei den Japanern Unterschlupf finden soll. Icahn und Deason hielten die Bewertung von 6,1 Milliarden Dollar jedoch für zu niedrig und forderten mindestens zehn Milliarden Dollar. Die beiden Milliardäre halten zusammen rund 15 Prozent an Xerox.
 
Fujifilm kritisiert die "einseitige Entscheidung" von Xerox. Dazu habe das US-Unternehmen nicht das Recht. Fujifilm prüfe nun alle Optionen, eingeschlossen einer Klage, wie der Konzern heute mitteilt.
 
Icahn zeigte sich "äusserst zufrieden", dass Xerox die "schlechte Idee" aufgegeben habe, die Kontrolle Fujifilm zu überlassen. Nun sei ein "neuer Start" möglich. Auch Darwin Deason erklärte, Xerox könne nun ernsthaft nach Alternativen suchen. (sda/kjo)