Stadt Bern vergibt den grössten Open-Source-Auftrag der Schweiz

Wie wir bereits letzte Woche berichtet haben, hat Abraxas den Zuschlag für die Lieferung und den Betrieb einer neuen Informatik-Infrastruktur für die Schulen der Stadt Bern erhalten. Der Auftrag hat ein Volumen von 13,7 Millionen Franken über sechs Jahre.
 
Was wir allerdings nicht bemerkt haben: Abraxas hat den Berner Schulen kein "konventionelles" Softwarepaket rund um Microsoft-Software offeriert. Wie 'Der Bund' schreibt, handelt es sich um ein Open-Source-basiertes Softwarepaket.
 
Der Open-Source-Befürworter Matthias Stürmer, EVP-Stadtrat und IT-Experte, erklärte gegenüber dem 'Bund', dass es sich dabei um den wahrscheinlich bisher grössten Open-Source-Auftrag, den es in der Schweiz je gegeben hat.
 
Wie uns David Grolimund, Informatikverantwortlicher beim Schulamt der Stadt Bern erklärte, ist Colabora Cloud Office, eine Online-Version von LibreOffice, die im Rechenzentrum der Stadt Bern gehostet werden soll, der Kernbestandteil des Softwarepakets. Dazu kommen unter anderem Kolab (Groupware), Moodle (E-Learning), Nextcloud (Filesharing und Kommunikation) sowie Mahara (Portfolio-Management).
 
Die Clients, welche die Schüler erhalten sollen, sind allerdings iPads, und damit wird das Ganze auf dem höchst proprietären Apple-Betriebssystem iOS laufen.
 
Noch muss allerdings der Berner Gemeinderat über den Kredit zur Finanzierung des Projekts diskutieren, und im November wird das Volk darüber abstimmen. (Hans Jörg Maron)