Sulzer-CIO Soritsch-Renier geht zu Nokia

Ursula Soritsch-Renier, CIO des Jahres 2014, wird Group CIO und Digital Leader bei Nokia.
 
Ursula Soritsch-Renier mag Herausforderungen. Als CIO von Sulzer hat sie die furchtbar komplexe Informatik des Konzerns mit ihren dutzenden, wenn nicht gar hunderten von unterschiedlichen Systemen harmonisiert. Das beeindruckte so sehr, dass sie die Auszeichnung als "CIO des Jahres 2014" errang.
 
Per Mitte Juni wechselt sie nun als Group CIO and Digital Leader zu Nokia, wie inside-it.ch weiss. Sie wird an COO Jürg Erlemeier berichten, so Nokia-Sprecher Bernhard Fuckert auf Anfrage.
 
Die Herausforderung bei Nokia dürfte noch grösser sein. Denn der Telekommunikationsausrüster verliert an Umsatz, wurde in den letzten Jahren immer wieder restrukturiert, erlitt 2016 einen Milliardenverlust und verdiente auch 2017 praktisch kein Geld.
 
Nokia entstand aus der Übernahme von Alcatel-Lucent durch Nokia Siemens. Alcatel-Lucent wiederum entstand aus dem Zusammenschluss von Alcatel (Frankreich) mit Lucent (USA), während Nokia aus der Fusion der finnischen Nokia mit dem Netzwerkausrüstungsteil von Siemens geschmiedet wurde. Sowohl Alcatel-Lucent wie auch Nokia Siemens erlitten immer wieder Entlassungswellen, auch in der Schweiz.. Auch 2018 will Nokia 1,2 Milliarden jährliche Kosten abbauen. Nokia hat 2013 die Handy-Sparte für etwa fünf Milliarden Dollar an Microsoft verkauft und sitzt immer noch auf einem Cash-Berg von einigen Milliarden Dollar.
 
Nokia ist heute also ein finnisch-deutscher-französisch-US-amerikanischer Konzern, dessen IT-Struktur noch komplexer als diejenige von Sulzer sein dürfte. Der Kostendruck ist enorm und gleichzeitig sollte Nokia unter dem Druck von Konkurrenten wie Huawei und Ericsson das Innovationstempo erhöhen.
 
Nachfolger von Soritsch-Renier bei Sulzer ist Walter Schein. Er war bisher Head of Applications beim Winterthurer Technologie-Konzern. (Christoph Hugenschmidt)